Kreis Heinsberg - Aktiv gegen Rassismus: „Gut, dass es uns gibt”

Aktiv gegen Rassismus: „Gut, dass es uns gibt”

Von: hewi
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Kreis Heinsberg. Vor einem Jahr ist das Bündnis gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg ins Leben gerufen worden. Dem Bündnis gehören viele gesellschaftliche Gruppen, die Kirchen und einige Kommunen an. Ziel der Arbeit ist es, auf rechtsextremistische und rassistische Tendenzen hinzuweisen und ihnen aktiv zu begegnen.

Bei der Vollversammlung in der Ratheimer Friedenskirche zogen die Aktiven in den Arbeitskreisen und der Sprecherkreis eine positive Bilanz der bisher geleisteten Arbeit. Die Arbeitskreise befassen sich mit den Themen Bildung, Sport und Kultur, Integration, Schule, Kinder und Jugend sowie mit der Planung von Aktionen wie der Demonstration „Wir sind Randerath - Die Nazis sind es nicht”.

Zu den Aktivitäten gehörten auch die Mitorganisation der Lesung des Schriftstellers Wladimir Kaminer in der Heinsberger Begegnungsstätte, die Ausrichtung einer Veranstaltung mit dem Journalisten Michael Klarmann in der Erkelenzer Leonhardskapelle und die Übernahme der Patenschaft beim Schulprojekt „Schule ohne Rassismus” am Hückelhovener Gymnasium. Auch an dem Projekt „Spurensuche” über die ersten türkischen Einwanderer in Hückelhoven ist das Bündnis gegen Rechts maßgeblich beteiligt.

Im kommenden Jahr engagiert sich das Bündnis, wenn der „Zug der Erinnerung” im Kreis erwartet wird, mit dem an die Deportation von mehreren Hunderttausend Kindern auf dem Schienennetz, mit Personal und Material der damaligen Reichsbahn in die nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager erinnert wird.

Gerade dieser Zug, der in Geilenkirchen und Heinsberg Station machen wird, sorgte jedoch für einigen Diskussionsbedarf. So wurde es als unverständlich bezeichnet, dass die Deutsche Bahn - als Rechtsnachfolger der Reichsbahn - Entgelte verlange. Wie Ralf Zanders vom Sprecherkreis des Bündnisses auf Nachfrage erklärte, lasse die Bahn bei den Kosten auch nicht mit sich verhandeln und lege eine arrogante Haltung an den Tag.

Im März kommt der Zug nun auf Initiative des Büros der Regionaldekane in die Region; das Bistum Aachen ist der Träger der Aktion. Ermöglicht wurde der Aufenthalt der rollenden Ausstellung im Kreis Heinsberg unter anderem durch die Hilfe des Landrates. Am 23. und 24. März wird der Zug in Heinsberg stehen, danach am 26. und 27. März in Geilenkirchen. Die Ausstellung in den Waggons kann von Schülern mitgestaltet werden, zum Beispiel in Form einer lokalen Spurensuche im Vorfeld; sie soll vor allem Schüler der weiterführenden Schulen ansprechen.

Einige Veränderungen gibt es im Sprecherkreis des Bündnisses. Unter anderem trat Karl Panitz, der dem Sprecherkreis im Namen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) angehörte, nicht erneut an.

Panitz zog ein positives Resümee nach dem ersten Jahr der gemeinsamen Arbeit. Er lobte die enge und gute Zusammenarbeit in den Arbeitskreisen und im Sprecherkreis. „Schade, dass es uns geben muss. Gut, dass es uns gibt”, betonte er.

Der Sprecherkreis besteht nun weiterhin aus Pfarrerin Susanne Bronner für die Evangelische Kirche, Ralf Zanders für die Katholische Kirche, Christian Ehlers (Diakonisches Werk / Integrationsagentur), Mehmet Yilmaz (Verband der Islamischen Kulturzentren), Maria Meurer (Grüne), Peter Echterhoff (FDP) und Norbert Reyans (CDU). Neu hinzugekommen sind Lothar Bildhauer für den DGB, Olaf Renner (Linke) sowie Daniel Esser und Jonas Goergens aus dem Bereich der Schulen und Jugendeinrichtungen. Die SPD wird noch einen Nachfolger für Michael Stock benennen, der ebenfalls nicht mehr antrat.

Im Anschluss an die Vollversammlung referierte Dr. Wolfgang Dreßen in seinem Vortrag „Vom Rand zur Mitte” über die Wurzeln des Rassismus, der in verschiedenen Formen und Ausprägungen auftrete und bei vielen wieder „salonfähig” sei.
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