Aktion „Route gegen das Vergessen” am Alten Rathaus

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:
Gegenüber dem Alten Rathaus g
Gegenüber dem Alten Rathaus gedachten am Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz-Birkenau Friedemann Höhfeld (l.) sowie Silvia und Christoph Stolzenberger vom Arbeitskreis „Route gegen das Vergessens. Foto: Koenigs

Erkelenz. „Erkelenzer erinnern sich.” Seit dem Sonnenaufgang um 8.19 Uhr wurden am Gedenktag unter diesem Motto am Alten Rathaus die Namen und Daten der jüdischen Mitbürger verlesen, die dem Rassewahn der Nazis zum Opfer gefallen waren.

In einer Endlosschleife waren ihre Lebensdaten und die Umstände ihres Todes zu hören. „Verschleppt, „ermordet”, „verschollen” waren als letzte Informationen über diese Menschen erhalten, die einmal in Erkelenz gelebt hatten. Die Tonbänder hatten Mitglieder des Arbeitskreises „Route gegen das Vergessen” aufgenommen, darunter auch die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Honold-Ziegahn, der Kulturmanager Christoph Stolzenberger und der Heimatforscher Hubert Rütten.

An einem Infostand gegenüber vom Alten Rathaus wurden Fragen über den Sinn der Aktion beantwortet. „Einige Leute haben die Namen ihrer Wohnorte gehört und fragen dann nach, was es denn damit auf sich hat”, berichtete Silvia Stolzenberger. Negative Reaktionen habe es noch keine gegeben, betonte sie. Bei den Marktbesuchern und Passanten lösten die Botschaften zumeist kurze Irritation aus.

Während einige schnell zur Tagesordnung übergingen, verweilten andere einen Moment lang und taten das, was die Aktion hervorrufen wollte: Sie gedachten der unbekannten Toten, denen ihre Religionszugehörigkeit zum Verhängnis geworden war. Wenn man sich einige Meter vom Rathaus entfernte, ebbten die Namen und Informationen langsam ab, da die Marktbuden viel schluckten. Rund 100 Namen waren es, die immer wieder verlesen wurden. Dazu gehörten auch jene, die nicht direkt aus Erkelenz stammten und für die es nur eine Station auf ihrem Weg in den Tod war.

Wer sich auf dem Markt umhörte, bekam zumeist positive und viele neutrale Reaktionen zu hören. Das Spektrum reichte jedoch von „Das muss man doch endlich mal vergessen” bis hin zu „Man kann sich kaum vorstellen, dass so etwas hier passiert sein soll”. Das ungläubige Erstaunen und die Unkenntnis vieler Bürger hatten die Mitglieder des Arbeitskreises „Route gegen das Vergessen” motiviert, die Geschichte der Judenverfolgung in Erkelenz zu beleuchten und zu erforschen.

Ein weiteres Ergebnis sind die Stolpersteine, mit denen den Deportierten vor ihren letzten Wohnhäusern gedacht wird. Nach dem Sonnenuntergang um 17.12 Uhr wurden eine Liste der Opfer ausgelegt und im Rahmen einer Gedenkfeier noch einmal alle Namen vorgelesen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert