Aktion der Jugendlichen mildert die Betroffenheit

Von: hewi/kl
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Vertreter der Kirchengemeinde und des Bündnisses gegen Rechts gehen offensiv in Gerderath gegen rechtsradikale Parolen vor. Foto: Koenigs

Erkelenz-Gerderath. Mit uns nicht! Türkische und deutsche Jugendlichen packten entschlossen an, um in einer Gemeinschaftsaktion die rechtsradikalen Schmierereien zu entfernten, die Unbekannte Nachts auf die Außenwände des Jugendheims, der Evangelischen Kirche und dem Glockenturm der Kirche gepinselt hatten.

Diese Aktion, die als hervorragendes Zeichen eines integrativen Miteinanders zu werten ist, mildert die Betroffenheit bei den Verantwortlichen nach dieser Schmierei. Pfarrerin Susanne Bronner der Evangelischen Kirchengemeinde Ratheim-Gerderath zeigte sich entsetzt über die rechtsradikalen Parolen, aber zugleich erfreut über das energische Entgegenwirken. Sie hat unverzüglich die Kriminalpolizei alarmiert, die die Ermittlungen aufgenommen hat.

Nach Gesprächen mit dem Presbyterium, Christian Ehlers von der Integrationsagentur Kreis Heinsberg und Vertreter des Bündnisses gegen Rechts, sei man zu der Erkenntnis gekommen, diesen Zwischenfall, „der kein Einzelfall im Kreis Heinsberg ist”, nicht zu verschweigen, sondern darüber zu informieren.

„Wir wollen das Thema Rechtsradikalismus offensiv diskutieren”, meinte Maria Meurer vom Bündnis gegen Rechts, und Ehlers ergänzt: „Es kann nicht sein, dass Menschen Angst haben, darüber zu reden. Diese Rechten müssen Angst bekommen.”

In Gerderath ist die Sensibilisierung derzeit recht hoch. In der Nachbarschaft am Heiderfeld halten die Anwohner noch mehr Augen und Ohren offen, um den rechtsradikalen Parolenschmierern das Handwerk zu legen.

Susannen Bronner glaubt, einen Grund zu kennen, warum „ihre” Kirchengemeinde beschmutzt wurde. „Bei uns wurde das Bündnis gegen Rechts gegründet und bei uns in Ratheim findet die nächste Vollversammlung statt.”

Eines dürfe nicht geschehen, davor warnt Ehlers: „Wir müssen motivieren und verstärkt agieren, und nicht normalisieren.”
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