Aker Wirth: Tunnelbohrsystem auf Reise nach Australien

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Der neue Mobile Tunnel Miner ist auf der Reise nach Australien. Er ist 45 Meter lang, das Hauptteil wiegt 175 Tonnen. Foto: Wirth

Erkelenz. Ein neues Tunnelbohrsystem von Aker Wirth hat seine Reise ans andere Ende der Welt angetreten: In Australien soll der „Mobile Tunnel Miner” (MTM) in Betrieb genommen werden.

Bis die 75 Meter lange Maschine ihr Ziel erreicht hat, ist es allerdings noch ein weiter Weg: Der über 45 Meter lange und 175 Tonnen schwere Hauptteil wird nämlich als Gesamteinheit verschickt. Das entspricht in etwa einer Länge von elf hintereinander aufgereihten Pkw und dem Leergewicht eines Jumbo-Jets.

Mit einem eigens dafür aufgebauten 500-Tonnen-Kran wurde die Maschine auf einen 20-achsigen Tieflader gehievt, der sie zum Krefelder Hafen transportierte. Anschließend geht es per Schiff rheinabwärts nach Rotterdam, wo der MTM nach Australien verschifft wird. Die Ankunft des Mobile Tunnel Miners in Australien ist für Mitte August geplant.

Gemeinsam mit Rio Tinto, einem der weltweit größten Bergbauunternehmen, entwickelte Aker Wirth das neue, innovative Tunnelbohrsystem. Die Maschine ist flexibel und robust zugleich. Dabei kamen Erkenntnisse aus einer vorherigen Version zum Einsatz, die in den frühen Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts entwickelt und getestet wurde.

„Mit dem neuen Mobile Tunnel Miner werden wir die Sicherheit und Effizienz im Untertagebergbau nachhaltig revolutionieren”, ist Einar Brønlund, CEO bei Aker Wirth, überzeugt. „Mit diesem Tunnelbohrsystem gestaltet Aker Wirth die Zukunft des Untertagebergbaus entscheidend mit.”

Der Mobile Tunnel Miner ist speziell für den Tunnelbau in besonders hartem Gestein ausgelegt. Eine schräge Anordnung der Schneidrollen auf den Schneidarmen sowie eine spezifische Bewegung der Arme ermöglichen ein besonders effizientes Bohren in äußerst hartem Gestein.

2005 gewann Aker Wirth für den erstmaligen Einsatz dieser Technologie einen Innovationspreis.

Eine weitere Besonderheit dieses Tunnelbohrsystems ist, dass mit ihm nicht nur kreisförmige Tunnel angelegt werden können, sondern auch solche mit rechteckigen oder hufeisenförmigen Querschnitten. Eine Innovation ist die Maschine auch im Hinblick auf ihre Mobilität: Sie kann sich vorwärts und auch rückwärts bewegen.

Durch mehrere Drehgelenke erreichten die Aker Wirth Ingenieure einen Wendekreis von gerade einmal 30 Metern für die 75 Meter lange Maschine. Damit kann sie deutlich engere Biegungen meistern als eine klassische Tunnelbohrmaschine: Die hat bei vergleichbaren Einsatzgebieten einen Wendekreis von circa 500 Metern.

Das Unternehmen ist derzeit auf der Suche nach weiteren hundert Mitarbeitern in nahezu allen Fachbereichen, die Aker Wirth bei seinem geplanten Wachstum unterstützen.
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