AIDS-Beratung: Mehr Kontakt zu den betreuten Personen

Von: defi
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Diplomsozialpädagogin Renate
Diplomsozialpädagogin Renate Kaspar (l.) leitet die AIDS-Beratungsstelle der AWO, die jetzt ihren Jahresbericht 2010 vorlegte. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Der AIDS-Beratungs- und Hilfsdienst der AWO in Hückelhoven hat seinen Jahresbericht 2010 vorgelegt. Demnach ist die Anzahl der beratenen Personen konstant gegenüber 2009 geblieben. 67 Menschen suchten 2010 Hilfe bei der AWO-Beratungsstelle.

„Die Anzahl der Kontakte zu den betreuten Personen ist jedoch erneut gestiegen”, so Diplomsozialpädagogin Renate Kaspar, Leiterin der Beratungsstelle und einzige Fachkraft der Einrichtung. Dieser Anstieg habe durch die E-Mail-Beratung berufstätiger Klienten, kürzere Beratungszeiten und die Vermittlung an ergänzende Angebote sowie andere soziale Dienste aufgefangen werden können.

Von den 67 Beratungsfällen bezogen sich 31 vorwiegend auf den Präventionsbereich. Bei 36 Personen handelte es sich um HIV-Infizierte, deren Partner oder Angehörige. Bei den von einer HIV-Infizierung betroffenen Menschen hätten vor allem Fragen in Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung an erster Stelle gestanden, gefolgt von sozialrechtlichen Fragen wegen finanzieller Probleme und Problemen in der Familie oder Partnerschaft, so Renate Kaspar. Der Anteil an weiblichen und männlichen Klienten betrug 2010 jeweils 50 Prozent, davon waren 16 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund.

Renate Kaspar: „Ein tragfähiges soziales Netzwerk ist für die Lebensqualität der von Aids betroffenen Menschen von hoher Bedeutung.” Daher sei die Einbeziehung und Beratung Angehöriger oder anderer Kontaktpersonen von großer Bedeutung. Trotz Fortschritten in der Behandlung und der Chance auf eine längere Lebenserwartung gehören weiterhin gesundheitliche und psychosoziale Probleme zum Alltag von betroffenen Menschen. Kaspar: „Die überwiegende Zahl von Klienten wendet sich sporadisch bei aktuellen Problemen für eine Kurzberatung an die Beratungsstelle.”

Seit der ersten Benefiz-Veranstaltung zugunsten HIV-Infizierter und AIDS-Kranker in Übach-Palenberg begann 1993 die Einrichtung eines Spenden-Fonds bei der AWO. Schnell und unbürokratisch erfahren Betroffene aus diesem Fond Hilfe in finanziellen Notlagen. 2010 wurden zehn Personen unterstützt. Stromnachzahlungen, Umzugskosten, Zuschüsse für eine Brille oder einen Kühlschrank konnten so beglichen werden.

Im Rahmen der AIDS-Prävention bemüht sich die Beratungsstelle vor allem bei Jugendlichen das Bewusstsein für Risikosituationen zu schärfen. „Daher bilden Projekte mit und für Jugendliche und die Arbeit in Schulklassen einen Schwerpunkt der Beratungsstelle. In Gruppenseminaren konnten mit diesen Projekten 1531 Personen erreicht werden”, so Renate Kaspar. Neben den schulischen Präventionsveranstaltungen organisierte die Beratungsstelle im Kreisgebiet Projekte zur Karnevals- und Urlaubszeit und zum Welt-AIDS-Tag. Die Arbeit der Beratungsstelle wird finanziert durch das Land, den Kreis Heinsberg und den AWO-Kreisverband.

Der AIDS-Beratungs- und Hilfsdienst der AWO in Hückelhoven, Bauerstraße 38, ist erreichbar unter abhd@awo-hs.de oder per Telefon unter 02433/901730.
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