Aids-Beratung: Komplexe Problemlagen von Langzeitinfizierten

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Kreis Heinsberg. Im vergangenen Jahr haben sich 50 Personen, darunter auch Angehörige von Betroffenen, wegen der erworbenen Immunschwächekrankheit Aids beziehungsweise einer HIV-Infizierung an die Aids-Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt gewandt.

„Damit sind die Beratungsfälle gegenüber den 72 im Jahr davor zwar leicht rückläufig, aber die Beratungskontakte sind gleich hoch geblieben”, zog Leiterin Renate Kaspar jetzt Bilanz.

Die hohe Anzahl der persönlichen oder telefonischen Beratungskontakte von 253 (2007: 254) führte die Diplom-Sozialpädagogin in ihrem Jahresbericht auf die komplexen Problemlagen von Langzeitinfizierten zurück: „Denn die Fortschritte in der Behandlung und die Chance auf eine längere Lebenserwartung gehen nicht einher mit einer gleichzeitigen Verbesserung der Arbeits- und Wohnsituation oder der familiären und partnerschaftlichen Lage.

Aufgrund von langjähriger Medikamenteneinnahme kommt es häufig zu gesundheitlichen Einschränkungen, die zu Verlust von Mobilität, sozialen Kontakten, Verschuldung und Überforderung bei der Bewältigung des Alltags führen”, hat Kaspar erfahren.

Deshalb standen neben Fragen zur medizinischen Versorgung vor allem finanzielle Probleme durch die chronische Krankheit im Brennpunkt der Beratungen: „2008 konnten wir acht Personen, die sich in einer finanziellen Notlage befanden, über Spendeneinnahmen aus dem Aids-Fonds der Arbeiterwohlfahrt unterstützen. Zusätzlich mussten fünf Anträge an die Deutsche Aids-Stiftung gestellt werden.”

Zur individuellen kostenlosen Betreuung von HIV-Infizierten und Aids-Kranken sowie deren Umfeld durch die AWO gehören Hausbesuche sowie Begleitung zu Ärzten, Behörden und Krankenhäusern. Ein Gruppenangebot zur Selbsthilfe ist die HIV-Gruppe, die sich monatlich in den Räumen des AWO-Gesundheits- und Sozialzentrums trifft.

Neben der Betreuung HIV-Infizierter beziehungsweise Aids-Erkrankter sieht die AWO-Beratungsstelle in Hückelhoven ein wichtiges Arbeitsfeld vor allem in der Vorbeugung und Aufklärung. „In 50 Präventionsveranstaltungen, überwiegend in Schulen, konnten wir etwa 1300 Teilnehmer erreichen”, resümierte Renate Kaspar. Zusätzlich wurden Aktionen zur Karnevalszeit und zum Welt-Aids-Tag sowie das Projekt „Sexuelle Gesundheit” in Kooperation mit dem Gesundheitsamt realisiert.

Die Aids-Beratungsstelle in Hückelhoven an der Bauerstraße38 ist montags, mittwochs, donnerstags und freitags von 9 bis 17 Uhr sowie dienstags von 10 bis 19 Uhr erreichbar. Termine gibt es nach Vereinbarung unter Tel. 02433 - 90 17 30.
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