AGC Glass Germany will weiter wachsen

Von: disch
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„Glass unlimited“ lautet die Devise: Die Veredelung von Glasscheiben für namhafte Autohersteller nimmt AGC Glass Germany in seinem Werk in Wegberg-Wildenrath vor. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Die Liste namhafter Automobilhersteller, die von Wegberg-Wildenrath aus mit „veredelten“ Scheiben beliefert werden, ist eindrucksvoll und reicht von Mercedes-Benz über VW, Opel, Peugeot, Mitsubishi und Volvo bis zu BMW.

1,2 Millionen Autoscheiben sind alleine im vergangenen Jahr in dem Werk von AGC Glass Germany, das sich im Wegberg-Oval mitten im Grünen auf dem ehemaligen Flugplatzgelände der Royal Air Force befindet, konfektioniert worden. Und das Unternehmen ist weiter im Wachstum begriffen. Mittelfristig, bis 2017, soll die Zahl von zwei Millionen Scheiben angestrebt werden, wie Werksleiter Marek Borgstedt ankündigte. Auch die Größe der Belegschaft dürfte entsprechend weiter wachsen.

Vor zehn Jahren hatte AGC mit vier Mitarbeitern in Wildenrath begonnen. Inzwischen sind dort rund 200 Frauen und Männer – auch viele aus der unmittelbaren Umgebung – tätig. „Ein junges, dynamisches Team“, mit dem Borgstedt „sehr zufrieden“ ist. Einerseits habe das Werk immer noch die Größenordnung eines familiären, mittelständischen Betriebes („Man kennt sich, man schätzt sich!“), andererseits habe es die ­Sicherheit eines Konzerns im ­Rücken, der als weltweit größter Glashersteller – mit 50.000 Mitarbeitern, Niederlassungen in über 30 Ländern und einem Jahresumsatz von mehr als elf Milliarden Euro – langfristige Strategien verfolge. Das Klima bei AGC sei sehr offen und innovativ. Und die Produkte hätten „eine sehr gute Qualität“ – wie sie von den Automobilwerken eben auch verlangt werde.

Der Produktionsprozess läuft bei AGC Glass in drei Schritten und an drei verschiedenen Orten ab: In einem AGC-Werk wird aus Rohstoffen erst einmal Glas hergestellt. In einem weiteren Werk wird daraus dann eine Autoscheibe. Und nach diesen „Vorarbeiten“ – in Deutschland, Belgien, Ungarn, Tschechien, Italien oder Frankreich – kommt die Scheibe dann nach Wildenrath und wird dort „veredelt“.

Die Autoscheiben werden bei AGC Glass Germany mit Regensensorhaltern, Spiegelfüßen, Zierleisten oder Heiz- und Kamera­systemen versehen – ganz so, wie es die Automobilfirmen aufgrund der Bestellungen der Endverbraucher, sprich der Autofahrer haben wollen. So kann es beispielsweise für die Frontscheibe eines VW Golf zehn, zwölf oder 15 verschiedene Varianten geben, die Wildenrath dann gen Wolfsburg verlassen. Die pünktliche Lieferung ist eminent wichtig, damit die Bänder in den Automobilwerken nicht stillstehen. Wichtig für VW und die anderen Marken, wichtig aber auch für AGC und seinen Ruf als stabiler und zuverlässiger Zulieferer. Das Unternehmen setzt auf einbaufertige High-Tech-Produkte, mehrschichtigen Betrieb und ein Logistikcenter, das diese Just-in-time-Lieferungen garantieren soll.

Maximal fünf Tage ist die Scheibe im Rohbestand in Wildenrath, ehe sie konfektioniert wird. Drei bis fünf Tage später ist sie dann unterwegs zu einem Autohersteller in Deutschland oder in einem der Benelux-Länder, die auch von Wildenrath aus bedient werden. „Und wer immer just-in-time liefern muss, weiß perfekte Verkehrsinfrastruktur besonders zu schätzen“, hat Marek Borgstedt im Zuge von „Spitze im Westen“, dem Standortmarketing der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG), formuliert. Die WFG war es auch, die damals die Wege geebnet hatte für die Ansiedlung von AGC – in ­einem Objekt, das die WFG langfristig an AGC vermietet hat.

Die Mischung macht‘s: AGC bietet einerseits einfache Arbeitsplätze am Band, braucht andererseits aber auch hoch qualifizierte Spezialisten in Sachen Ingenieurwesen und Logistik. So bezeichnet Borgstedt denn auch die gute Zusammenarbeit mit Hochschulen wie der FH Aachen oder Hogeschool Venlo als „sehr fruchtvoll und hilfreich“.

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