Ärztliche Versorgung: Politik und Verwaltung sollten stärker eingreifen

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Kreis Heinsberg. Der Vorsitzende des Katholischen Altenwerkes im Bistum Aachen, Heinz-Peter Benetreu aus Heinsberg, hat ein stärkeres Eingreifen der Politik und Verwaltung gefordert.

Es gehe um eine ausreichende ärztliche Versorgung in den Städten und Gemeinden der gesamten Region. Mit Blick auf die Versorgung von Alten- und Pflegeheimbewohnern mit Ärzten und Fachärzten stellte er in Frage, ob der hoch gelobte Grundsatz der freien Arztwahl bei der Sicherstellung der haus- und fachärztlichen Versorgung in den Heimen aufrechterhalten bleiben könne.

Angesichts Zehntausender Mediziner, die vor dem Ruhestand stünden, seien attraktive Maßnahmen zu ergreifen, um junge Ärzte insbesondere in ländliche Regionen zu locken. Der Seniorenpolitiker nannte konkrete Daten: Von insgesamt 120.000 Vertragsärzten seien in den kommenden zehn Jahren 24.000 Haus- und 28.000 Fachärzte vom Ruhestand betroffen. Hinzu kämen noch 20.000 Chef- oder Oberärzte in Kliniken, die vor der Pension stünden.

Mit Blick auf den zu vermeidenden Ärztemangel stellte der Altenwerksvorsitzende die geltenden Altersgrenzen im Bereich der kassenärztlichen Zulassung infrage. Benetreu, der auch Vorstandsmitglied im Bundesforum für Katholische Seniorenarbeit ist, forderte: „Die ärztliche und fachärztliche Versorgung muss in den kommunalen Seniorengremien und in den Gesundheitskonferenzen thematisiert und über Lösungsmöglichkeiten beraten werden.” Nur so würden Politik und Verwaltung sensibilisiert.

Weiterhin machte Benetreu auf den großen Aus- und Weiterbildungsbedarf von praktischen Ärzten, aber auch des gesamten medizinischen Personals (seien es Krankenschwestern oder Therapeuten) in den Bereichen Geriatrie (Lehre von den Krankheiten des alternden Menschen) und Gerontologie (Alters- und Alternswissenschaft - die Wissenschaft vom Altern) aufmerksam.

Da hätten sowohl die Wissenschaft als auch die Fachverbände erhebliche Versorgungsunterschiede festgestellt.
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