Wegberg-Wildenrath / Wassenberg - Äpfel erinnern an die Streiche der Jugendzeit

Äpfel erinnern an die Streiche der Jugendzeit

Von: mb
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Das Pressen und Kochen von Obs
Das Pressen und Kochen von Obst wurde bei der Eröffnung des Rheinischen Obstsortengartens an der Nabu-Naturschutzstation Haus Wildenrath eindrucksvoll demonstriert. Fotos (4): Koenigs Foto: Koenigs

Wegberg-Wildenrath / Wassenberg. Wenige Minuten vor der offiziellen Eröffnung des ersten Rheinischen Obstsortengartens hatte Katharina Tumbrinck, Leiterin des Projektes, immer noch alle Hände voll zu tun. Aber die Vorbereitungen seien planmäßig verlaufen und meist hätten sich die Probleme schon wieder gelöst, ehe sie ernsthaftes Kopfzerbrechen ausgelöst hätten, meinte sie zuversichtlich.

Die Bühne im Rheinischen Obstsortengarten an der Nabu-Naturschutzstation Haus Wildenrath in Wildenrath füllte sich derweil mit viel Prominenz: Carla Glashagen, Vorstandsvorsitzende der Nabu-Naturschutzstation Haus Wildenrath, Ursula Mahler, stellvertretende Vorsitzende des LVR-Umweltausschusses, Landrat Stephan Pusch, gleich drei Bürgermeister, Manfred Winkes aus Wassenberg, Reinhold Pillich aus Wegberg und Ellen Hanselaar-van-Loevezijn aus Roerdalen, die Landtagsabgeordnete Dr. Ruth Seidl aus Wassenberg, Dr. Anke Valentin für den Nabu-NRW-Landesvorstand und Moderator Pfarrer Thomas Bergfeld aus Wassenberg. Jeder von ihnen hob die Bedeutung des Projektes hervor, das Ziel, die vom Aussterben bedrohten oder seltenen Obstsorten dauerhaft zu erhalten, und lobte die gute Zusammenarbeit über Stadt- und Landesgrenzen hinweg. Rund 250 Obstsorten haben in diesem Garten zwischen Wildenrath und Wassenberg eine dauerhafte Bleibe.

Überraschend die Aussagen zu Jugenderinnerungen an Obst: Landrat Pusch bekannte freimütig als Lieblingssorte „geklaute Äpfel”, Pillich bevorzugte „Äpfel aus dem Pfarrgarten und wurde natürlich „erwischt”.

Rund 60 Informations- und Verkaufsstände bildeten den Rahmen der Großveranstaltung, und es gab Dinge zu entdecken, auf die man sonst nur selten trifft, etwa Kastanienzäune, die von nachwachsenden Bäumen stammen und bis zu 20 Jahren ohne Imprägnierung und Anstrich halten., Wein von einem Weinberg in den Niederlanden und frisch kochendes Apfelkraut. Wer nachfragte, bekam alles geduldig erklärt: Dass aus 100 Kilogramm Äpfeln etwa zehn Kilo Apfelkraut werden und dass man am besten in Kupfertöpfen kocht, weil sie Wärme gut leiten und vor allem keine geschmacksverändernden Partikel abgeben wie zum Beispiel Eisentöpfe.

Eine Besucherin aus Ratheim freute sich sehr, nun endlich zu wissen, welcher Apfel da in ihrem Garten wächst: Jakob Fischer. Sie war eigens angereist, um von der Möglichkeit der Sortenbestimmung Gebrauch zu machen.

Den „sozialen Wohnungsbau für Sperlinge” stellte Heinz Tüffers vom Nabu-Naturschutzhof Nettetal vor: ein Hochhaus-Nistkasten mit gleich fünf Nistplätzen unter einem Dach. Natürliche Leckerbissen gab es reichlich: Hühnersuppe in „weltweiten” Variationen, frisch gepresster Obstsaft und Honigeis.

Am Umweltmobil „Lumbricus”, dem Anziehungspunkt für Kinder, hatten Jan (elf) und Ben (neun) sich Kescher besorgt. Eifrig wurde der kleine Teich in der Nähe untersucht. „Kaulquappen, Wasserschnecken und Wasserläufer haben wir schon im Kescher gehabt und sogar einen Frosch!”

Auch die Durchsage über den Platzlautsprecher: „Eine Kutsche versperrt die Einfahrt. Wir bitten, die Kutsche wegzufahren” ist sonst eher selten. Die Bühne bot ununterbrochen beste musikalische Unterhaltung.

Den Samstagabend beschlossen kulinarische Leckereien im Zelt von drei Gastronomiebetrieben aus Deutschland und den Niederlanden.

Dabei kamen die Gäste in den Genuss der Erstlesung aus einem deutsch-niederländischen Krimiprojekt. Dr. Clemens Hardmann und Marian Louwers stellten bisher unveröffentlichte Kriminalgeschichten aus dem Meinweggebiet vor. Die Geschichten wurden jeweils teilweise in deutscher und niederländischer Sprache vorgetragen und machten damit auf die grenzüberschreitende Bedeutung der Region aufmerksam.

Die Zusammenarbeit zwischen der Nabu-Naturschutzstation Wildenrath und dem Landschaftsverband Rheinland hat am Wochenende erste Früchte getragen und rund 5000 Besucher aus Nah und Fern angelockt.
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