Acht Dinge, die für Jugendliche im Karneval schiefgehen können

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Brigitte Hocks (l.), Ansprechpartnerin des Kreisjugendamtes in Sachen ­Jugendschutz, hat nichts gegen das Feiern im Karneval. Sie weiß aber auch, dass gerade bei Jugendlichen mit Alkohol eine Menge schiefgehen kann. Das Bild zeigt sie übrigens nicht in der Disco, sondern vor einem Bildschirm mit einem Karnevalsmotiv im Kreishaus. Foto: Kreis Heinsberg

Kreis Heinsberg. „Ganz klar: Gerade an Karneval gehört den Bestimmungen zum Schutz der Jugend unsere volle Aufmerksamkeit“, erklärt Brigitte Hocks, Ansprechpartnerin des Kreisjugendamtes für den Jugendschutz. „Aber es wäre unrealistisch zu glauben, dass man mit einigen wohlmeinenden Slogans Jugendliche vom Alkoholkonsum abhalten kann.“

Es sei erwiesen, dass der Alkoholgenuss gerade bei Jugendlichen außerordentlich schädlich sei – in vielerlei Hinsicht. „Mit Alkohol kann eine Menge schiefgehen“, sagt Brigitte Hocks aus langjähriger Erfahrung in ihrer Tätigkeit im Jugendamt, „selbst wenn man die schädlichen gesundheitlichen Folgen ausblendet.“ Sie hat daher mit den Kolleginnen und Kollegen vom Jugendamt eine kleine Hitliste der acht größten Fehler, die Jugendliche zu Karneval machen können, zusammengestellt.

Platz 8: Weiter trinken, wenn man schon betrunken ist: Bei hohem Konsum würden ausnahmslos alle Körperzellen geschädigt, besonders aber Gehirn, Nervensystem und Leber, warnen die Expertinnen und Experten. Gleichgewichtsstörungen, Inkontinenz und Kontrollverlust könnten die Folge sein. Man torkele, mache sich in die Hose und erlebe den sogenannten Filmriss. „Ziemlich peinlich. Passiert aber gerade an Karneval immer wieder“, so das Jugendamt. Im Übrigen könne ein Vollrausch durchaus auch juristische Folgen haben.

Platz 7: Sich im betrunkenen ­Zustand tätowieren lassen: „Man kommt im Rausch auf die blödesten Ideen“, weiß Brigitte Hocks. Das mit den Tattoos sei übrigens schon mehr als einmal passiert. Und ein Tattoo könne man nicht einfach so von der Haut wischen. Seriöse Tätowierer würden mindestens eine Einverständniserklärung der Eltern verlangen, wenn nicht sogar deren Beisein beim Stechen des Bildes. Bei unseriösen Tätowierern sei das nicht der Fall, dafür würden dort Infektionen durch verunreinigte Nadeln drohen.

Platz 6: Vandalismus und Mutproben im Rausch: „Im Alkoholrausch sinken die Hemmschwellen“, so die Warnung der Expertinnen und Experten. Sehr schnell, und gerade in einer Gruppe, werde ­demoliert, beschmiert oder sonst was angestellt – einfach so oder bei sogenannten Mutproben. Rausch hin oder her: Ordnungswidrigkeiten und Straftaten würden verfolgt. Und der Jugendliche, der im Suff randaliert habe, müsse die Folgen tragen – oder die Eltern müssten sie tragen.

Platz 5: Betrunken im Straßenverkehr: „Keine gute Idee, selbst wenn man auf das Auto verzichtet“, meint das Jugendamt. „Betrunken im Straßenverkehr, das heißt: Gefahr an allen Ecken! Beim unachtsamen Überqueren oder Laufen auf der Straße, bei der Heimfahrt mit dem Fahrrad (auch hier gilt eine Promillegrenze), beim Einschätzen von Geschwindigkeiten und Entfernungen. Es gilt tatsächlich: Wer säuft, kommt schneller unter die Räder. Und Karneval im Krankenhaus, da gibt’s wirklich Schöneres.“

Platz 4: Alleine unterwegs sein: Man feiert, man trinkt, andere tun es auch. Irgendwann geht man – betrunken – eigene Wege. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. „Betrunkene sind immer ­etwas wehrloser als andere. So ­signalisiert man Verbrechern, dass wenig Gegenwehr droht. So wird man viel leichter zum Opfer“, warnt das Jugendamt. Deshalb sollten sich Jugendliche merken: „Die Gruppe schützt!“

Platz 3: Drogen ausprobieren: „Einmal ist keinmal. An Karneval kann ich mal die Sau rauslassen.“ Dies würde mancher meinen. Doch es gebe Dinge, da sei einmal schon zu viel. Zum Beispiel bei Drogen. Denn es gibt laut Jugendamt Drogen, die machen bei einmaligem Konsum schon abhängig. Crystal Meth beispielsweise. Eine durchaus gängige, aber ebenso gefährliche Droge mit hohem Suchtpotenzial. Sie vertreibe Müdigkeit und Hunger, man könne stundenlang weiterfeiern. Immer weiter und weiter. Der Preis für diesen „Feierrausch“ sei hoch. Zu hoch. Brigitte Hocks: „Karneval ist kein Grund, eine Drogenkarriere zu starten.“

Platz 2: Von Fremden Getränke annehmen: Karneval ist alles so schön locker – auch der Umgang mit Fremden. „Hier sind vor allem die Mädchen und jungen Frauen angesprochen“, so die Expertinnen und Experten vom Jugendamt. „Man kann an Karneval viele Schranken des Alltags überwinden. Aber ein wenig Vorsicht ist dennoch angeraten.“ Denn wie heiße es so schön: „Gelegenheit macht Diebe!“ Und dann würden sich im spendierten Drink K.o.-Tropfen finden. Am Ende gehe die Geschichte schlecht aus: Geld weg, Smartphone weg – und unter Umständen noch Opfer sexueller Gewalt. Unrealistisch? „Nein, die Polizei sagt etwas anderes“, so das Jugendamt.

Platz 1: Ungeschützter Geschlechtsverkehr: „Eigentlich ein Klassiker. Unbestritten die Nr. 1. Aber darum immer noch nicht gut“, so die Expertinnen und Experten vom Jugendamt. Die einzigen Dinge, die man von Karneval behalten sollte, seien Erinnerungen an schönes ausgelassenes Feiern und Spaß in der Gruppe, schöne Bilder oder Filme auf dem Smartphone und vielleicht neue Freundschaften. Soweit alles gut. Keine guten Andenken an Karneval seien Kinder, die nie eine Chance hätten, ihren Vater kennenzulernen. Noch schlechtere Andenken seien Geschlechtskrankheiten oder sogar Aids. Gerade an Karneval gelte der alte ­Slogan: „Kondome schützen“.

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