Absolventen mit „Pflegeherzen“ ausgezeichent

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Zertifikat und „Pflegeherz“: Helga Saß (r.), Pflegedienstleiterin im Katharina-Kasper-Heim, gratulierte den pflegenden Angehörigen zum erfolgreichen Abschluss des Kurses.

Kreis Heinsberg. Die demografische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland führt zu einer immer älter werdenden Gesellschaft. Bald wird es mehr ältere als jüngere Menschen geben. Dies ist eine einmalige Entwicklung, die es so noch nie in einer Gesellschaft gab. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch die Gefahr, hilfe- und pflegebedürftig zu werden.

Deshalb werden Pflege und Betreuung zukünftig in Deutschland immer mehr Raum einnehmen. „Der größte Pflegedienst bundesweit sind Angehörige“, erklärte Josef Aretz, Leiter des Katharina-Kasper-Heims in Gangelt. „Pflegende Angehörige leisten tagtäglich eine sehr verantwortungsvolle und anstrengende Arbeit, die sie auf Dauer aber auch an ihre Belastungsgrenze bringt.“

Plätze schnell belegt

Um Pflegende aus dem „Westzipfel“ zu unterstützen, hat das Katharina-Kasper-Heim in Kooperation mit der AOK ein spezielles Kursangebot entwickelt. An diesem können Versicherte aller Krankenkassen kostenfrei teilnehmen. „Schnell waren die 15 Plätze des Kurses belegt“, so Aretz. „Insgesamt gab es elf Module mit Fachbeiträgen und praktischen Anleitungen, die Unterstützung und Hilfestellung für pflegende Angehörige beziehungsweise ehrenamtlich Pflegende boten.“

Der Kurs umfasste theoretische Inhalte wie die Situation der Pflegeperson und die Pflegeeinstufung, finanzielle und rechtliche Informationen zur Pflegeversicherung und der Wohnumfeldgestaltung, Betreuungsrecht und Vollmachten, Vitalfunktionen und Krankheitsbilder, Prophylaxen, Ernährung und Medikamentenversorgung sowie demenzielle Erkrankung und Begleitung im Sterben.

Praktische Anleitungen und Übungen erfolgten zu den Themenkomplexen Körperpflege, Lagerung und Mobilisation, Kinästhetik sowie basale Stimulation.

Den Teilnehmern bot sich ein abwechslungsreiches und informatives Programm, wobei auch der Austausch untereinander einen hohen Stellenwert hatte. Zum erfolgreichen Abschluss des Gruppenpflegekurses erhielten die Teilnehmer ein Zertifikat, mit dem sie zusätzliche Betreuungsleistungen mit der zuständigen Pflegekasse abrechnen können.

„Mit Liebe und Herz“

Als besondere Geste der Anerkennung für ihr Engagement in der Pflege wurden die Teilnehmer zusätzlich mit dem „Pflegeherzen“ ausgezeichnet. Es steht symbolisch für die Aussage: „Mit Liebe und Herz einen Menschen aufrichten, der selbst nicht dazu in der Lage ist“. Aus der Taufe gehoben wurde das Pflegeherz vom Verbund der ­„Starken Partner“, dem Caritas-Pflegenetzwerk Kreis Heinsberg. Der An­stecker „Pflegeherz“ soll ein Zeichen sein für die gesellschaftliche Anerkennung und Würdigung der Pflege und Betreuung von Menschen. „Allen Pflegenden gilt ­unser besonderer Respekt“, so Aretz.

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