Abschied von der Agit fällt nicht schwer

Von: Dettmar Fischer
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Kreis Heinsberg. Raus aus der Agit, rein in die MRR, so verkürzt sollte man die Beschlüsse des Kreisausschusses vielleicht nicht darstellen.

Schließlich wolle man keine Kausalität zwischen beiden Entscheidungen herbeiführen, wie Ralf Derichs für die SPD-Kreistagsfraktion erklärte.

Auch wenn die SPD den gemeinsamen Antrag der Kreistagsfraktionen von CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern zum Ausscheiden des Kreises Heinsberg aus der Agit, der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer mbH, nicht mit gestellt hatte, stimmte sie ihm dennoch zu. Ralf Derichs erklärte warum: „Die Agit ist nur für die Stadt und die Städteregion Aachen da.“

Kein großer Wurf in Sicht

Auch Landrat Stephan Pusch konnte einem Verbleiben des Kreises Heinsberg in der 1983 gegründeten Agit nichts abgewinnen: „Der große Wurf ist weit am Horizont nicht sichtbar.“ Zudem waren sich die Ausschussmitglieder darüber einig, dass die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg sehr leistungsfähig sei. Norbert Reyans (CDU) sagte: „Unsere eigene WFG kann zu 95, ja zu 98 Prozent Agit-Aufgaben wahrnehmen.“

Ob der „große Wurf“, der auch einen Mehrwert für den Kreis Heinsberg abwirft, aus der gerade gegründeten Metropolregion Rheinland e.V. (MRR) heraus erfolgen wird, wird sich zeigen. Zumindest stimmte der Kreisausschuss mit verhaltenem Optimismus einem Beitritt zur Metropolregion Rheinland zu. Walter-Leo Schreinemacher, Freie Wähler, meinte, eigentlich sei seine Fraktion ja gegen einen Beitritt zur MRR. Aber man müsse wenigstens dabei sein und mitreden können. Ralf Derichs sah die Notwendigkeit „nicht außen vor zu bleiben“. Schon weil landesplanerische Konsequenzen zu befürchten seien, wenn man nicht mit im Boot sitze.

Mit im Boot sitzen zwei Schwergewichte: Köln und Düsseldorf. Da schon bei der Gründung der MRR zentrale Forderungen des Kreises Heinsberg wie die Vermeidung von Doppelstrukturen nicht berücksichtigt worden seien, erklärte Stefan Lenzen, die FDP-Fraktion werde einem Beitritt des Kreises Heinsberg zur MRR nicht zustimmen.

Als Mitglied des Vereins Metropolregion Rheinland entstehen dem Kreis Heinsberg derzeit Kosten in Höhe von 22.000 Euro jährlich. 35 Städte, Kreise und Verbände hatten die Metropolregion Rheinland am Montag in Düsseldorf gegründet. 8,5 Millionen Menschen leben in dieser Region, davon 250.000 im Kreis Heinsberg. Die Verkehrsinfrastruktur werde ein wichtiges Themenfeld sein, bei dem sich die neue Metropolregion beweisen kann, hieß es.

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