Abo-Aktion für Leser: Ein Blick hinter die Kulissen einer Brauerei

Von: Daniel Gerhards
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Spannender Rundgang durch das Hilfarther Brauhaus: Wilhelm Fell sprach über die Zutaten des Bieres, den Brauprozess und den Geschmack von frischem Bier aus kleinen Privatbrauereien. Foto: Daniel Gerhards Kreis
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Spannender Rundgang durch das Hilfarther Brauhaus: Wilhelm Fell sprach über die Zutaten des Bieres, den Brauprozess und den Geschmack von frischem Bier aus kleinen Privatbrauereien. Foto: Daniel Gerhards Kreis Heinsberg.
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Spannender Rundgang durch das Hilfarther Brauhaus: Wilhelm Fell sprach über die Zutaten des Bieres, den Brauprozess und den Geschmack von frischem Bier aus kleinen Privatbrauereien. Foto: Daniel Gerhards Kreis

Kreis Heinsberg. Mit einem Vorurteil räumte Brauer Wilhelm Fell beim Besuch unserer Abonnenten im Hilfarther Brauhaus auf: „Wenn Sie abends Bier trinken und es Ihnen am nächsten Morgen schlecht geht, dann liegt das nicht am Bier.“

Sprüche wie „Das letzte Bier war schlecht“ höre man oft, sie hätten aber nichts mit der Realität zu tun. „Es gibt gar keine Keime oder Viren, die in fertigem Bier überleben können. Von Bier können Sie nicht krank werden“, sagte Fell.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die rund 20 Leser unserer Zeitung schon von Fells Hilfarther Kellerbier gekostet und eine Menge über Zutaten und Herstellung des Gebräus gelernt. Das Bierbrauen habe Fell sich zunächst selbst beigebracht.

„Ich habe viele Jahre lang hobbymäßig gebraut“, sagte er. Irgendwann habe er sich dann seinen Traum verwirklicht: „Ich habe mir eine alte Gasthausbrauerei gekauft.“ Und damit begann die Geschichte des Hilfarther Brauhauses. Mittlerweile macht er seinen Braumeister. Und das heißt für ihn noch einmal viel Büffeln – vor allem Chemie und Biologie.

Jedes Bier, das Fell in Flaschen und Fässer abfüllt, erfülle dabei die Vorgaben des Deutschen Reinheitsgebots. So werden aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe heimische Biere. Fell lege dabei viel Wert auf die Qualität der Zutaten. Er konnte zum Beispiel genau sagen, wo Hopfen und Gerstenmalz wachsen.

Und auch über den Unterschied zwischen dem Bier kleiner, regionaler Brauereien und dem der großen deutschlandweit agierenden Bierhersteller sprach Fell: Die großen Brauereien müssten das Bier für den Handel lange haltbar machen. Deshalb werde es am Ende des Brauprozesses noch einmal stark erhitzt oder sogar pasteurisiert. Darauf verzichten kleine Brauereien, deshalb sei das Bier dann auch nur vier bis sechs Wochen bei guter Kühlung haltbar. Aber der Geschmack des frischen Bieres, entschädige für die kürzere Haltbarkeit.

Das „Herzstück“ einer jeden Brauerei sei das Sudwerk. Fünf Hektoliter passen in das große, silberne Metallgefäß in der Hilfarther Brauerei. Um 500 Liter Bier herzustellen, benötige Fell 100 Kilogramm Gerstenmalz und Uevekovener Wasser aus der Leitung.

Um die Stärke im Malz in Zucker zu verwandeln, müsse das Gemisch auf unterschiedliche Temperaturen gebracht und gehalten werden. Das sei dann alles eine Sache der Feinjustierung am Computer. „Über die Temperatur und den PH-Wert lässt sich der Geschmack des Bieres verändern, obwohl die Zutaten die gleichen sind“, sagte Fell.

Anschließend werde das Bier erhitzt und der Hopfen komme hinzu. Auf die 500 Liter Flüssigkeit komme dann nur noch ein Kilogramm gepresster Hopfenpellets. Obwohl man davon nur so wenig brauche, habe der Hopfen einen großen Einfluss auf das fertige Bier. „Der Hopfen ist einer der wichtigsten Faktoren für den Geschmack“, sagte Fell.

Ob es stimme, dass der Hopfen schwer zu bekommen sei, wollte ein Leser wissen: Mittlerweile nicht mehr, nach zwei Jahren mit schlechten Ernten habe es wieder eine bessere Hopfenernte gegeben. Und was mit den Resten des Malzes geschehe: Die Treber hole sich ein benachbarter Bauer ab, um sie an die Hühner zu verfüttern.

Bei der einwöchigen Vergehrung tue die Hefe dann ihre Arbeit, bevor das Bier in einen der elf Tanks geleitet wird, in dem es dann noch einmal mehrere Wochen reifen muss. Dabei wird unter Druck CO2 zugeführt. Beim Flaschenbier etwas mehr, beim Fassbier etwas weniger Kohlesäure.

Alle Komponenten der Brauerei konnten sich die Teilnehmer der Führung in nur einem einzigen großen Raum anschauen. So kompakt lässt sich das Brauwesen nur in einer kleinen, regionalen Brauerei zeigen. Wie spannend der Rundgang war, zeigte sich daran, dass die Leser unserer Zeitung immer wieder nachfragten – etwa zur Reinigung Anlagen oder zu den Besonderheiten unterschiedlicher Biersorten.

Zum Schluss gab es dann noch so etwas, wie eine kleine Vorpremiere: Der Winterbock, eine speziell für die kalte Jahreszeit gebraute Biersorte, solle eigentlich noch einige Tage reifen. „Aber der schmeckt jetzt auch schon“, sagte Fell. Und lud die Besucher ein, das Bier mit 7,1 Prozent Alkoholgehalt schon vorab zu probieren.

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