„AbenTeuer Geld”: Häftlinge lernen, mit Geld umzugehen

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Wer nach der Haft mit leeren Taschen dasteht und auch keine Perspektive sieht, seine Schulden in den Griff zu bekommen, schliddert oft schnell wieder in die Illegalität. Foto: ddp

Heinsberg. Rund 70 Prozent aller jungendlichen Inhaftierten im Land seien verschuldet, schätzt Willi Kroh, der stellvertretende Leiter der Jugendstrafanstalt in Heinsberg.

Mit dem Pilotprojekt „AbenTeuer Geld” soll daher erstmals im Justizvollzug in Nordrhein Westfalen den jungen Insassen Konsum - und Finanzkompetenz vermittelt werden. Die Diakonie Krefeld & Viersen, das Gustav-Stresemann-Institut in Bonn, die Pax-Bank, die Schuldnerberatung im Justizvollzug NRW und SKM Krefeld haben dazu eine Kooperation vereinbart. Im ersten Schritt wurden jetzt 15 junge Straftäter auf freiwilliger Basis mit den Angeboten der Banken und deren Tücken, aber auch mit dem Thema Schuldnerberatung vertraut gemacht.

In einer sich anschließenden Zukunftswerkstatt wird an individuellen Perspektiven gearbeitet, um im letzten Schritt eine Budgetplanung vornehmen zu können, die die Straftäter nach der Haft in die Lage versetzen soll, zwischen Einkünften und Gläubigeransprüchen einen gangbaren Weg zu finden.

„Das Auskommen mit dem Einkommen wird für viele Menschen zunehmend zu einem Problem und führt nicht selten zu einer Überschuldung”, sagt Anstaltsleiterin Ingrid Lambertz. Junge Menschen in Haft sind davon besonders betroffen.

Mittelfristig sei geplant, die Befähigung der Justizvollzugsmitarbeiter zur eigenständigen Projektdurchführung durch eine Zusatzausbildung zu erreichen. Langfristig gehe es dann um die feste Implementierung von Prävention im Strafvollzug, bestätigt Rudolf Baum, Berater des NRW-Justizministeriums.
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