Abends erwacht das Mittelalter beim Phantasie-Spectaculum

Von: defi
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Die Rittergruppe „Fictum” bo
Die Rittergruppe „Fictum” bot spektakuläre Zweikämpfe mit mittelalterlichen Hieb- und Stickwaffen beim Festival Spectaculum in Wassenberg. Foto: defi

Wassenberg. Die Dunkelheit brach langsam herein über der mittelalterlichen Stadt Wassenberg. Doch das Treiben der Menschen auf den Plätzen und in den Gassen dauerte fort bis spät in die Nacht.

Glücklicherweise aber nicht nur bei Fackelschein wie im richtigen Mittelalter, sondern attraktiv illuminiert durch die Stadtbeleuchtung und die offenen Feuer der Gaukler und Handwerker des Mittelalterlichen Phantasie-Spectaculum, des größten reisenden Mittelalter-Kultur festivals der Welt. Gerade in den Abendstunden konnte man sich wirklich in die Zeit des Mittelalters zurückversetzt fühlen.

Nicht nur Spectaculum bot mit Rittern, Söldnern, Bogenschützen, Knappen, Fürsten, Edelfrauen, Knechten, Mägden, Handwerkern, Händlern, Musikanten, Narren, Gauklern, Artisten und Scholaren, alle gekleidet in hochmittelalterliche Gewänder und Rüstungen, ein lebendiges Bild des 13. Jahrhunderts. Auch viele Besucher von Spectaculum waren wie etwa die „Hunnenfreunde” aus Orsbeck in prächtigen Gewändern erschienen. Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens war begeistert: „Diese Veranstaltung macht Wassenberg über die Region hinaus bekannt.” Tausende Besucher am Wochenende unterstrichen diese Aussage.

Das Mittelalterliche Phantasie-Spectaculum und der Gewerbeverein Wassenberg als Co-Veranstalter hatten für das nunmehr fünfte Mittelalterfestival die Veranstaltungsfläche unterhalb des Bergfrieds der Burg Wassenberg noch einmal vergrößert. Neben den weitläufigen Burgwiesen wurde der Rosengarten miteinbezogen. Die starken Burgmauern und der große Wehrturm boten die ideale Kulisse für eine Reise in die Vergangenheit.

Nach dem riesigen Publikumserfolg im letzten Jahr waren noch mehr Musikbands und Künstler zu erleben. Die Feuerspektakelbühne bot nicht nur den Rahmen für ein grandioses Feuerspektakel in den Abendstunden, sondern auch der Band Saltatio Mortis oder etwa dem Duo Rafftan mit seiner Sensationsshow Raum, ihr Publikum hinzureißen. Nahezu zu jeder Zeit passierte auf jeder Bühne etwas. „Es ist schon Wahnsinn,” so Georg Hensgens, „ wie das Festival von Jahr zu Jahr gewachsen ist. Im nächsten Jahr würden wir gerne noch eine der alten Wassenberger Gassen einbeziehen.”

Auch der mittelalterliche Markt war 2012 bedeutend größer. Handwerker und Händler hatten auf den Burgwiesen ihre Zelte aufgeschlagen und boten dem Edelmann schöne Schwerter und dem Knappen hölzerne Becher und Löffel an. Wer wollte, konnte sich von Helm bis zu den Sporen mittelalterlich einkleiden. Auch die Heerlager der freien Ritter und wilden Horden waren in Wassenberg anzutreffen.

Die verwegene Rittergruppe „Fictum” lieferte sich spektakuläre Schlachten mit Langschwertern, Äxten und Morgensternen und sie amüsierte ihr Publikum mit einigen komischen Einlagen. Das klingt doch wie „Rapalje”, meinte eine Besucherin, die sich hübsch zurecht gemacht hatte als Burgfräulein, zu ihrem Begleiter. Beide waren auf dem Weg zum Ritterturnier und hörten den Keltik-Folk der niederländischen Band „Rapalje” von der Folkbühne herüberklingen. Vorbei an Bettler Pepe Penetrantos, eine wahrhaftig gruselige Erscheinung, da musste man sich schon am Ohr zupfen, ob man nicht doch träume, gelangte man in den Rosengarten zu des Königs Hofnarr „Narrenkai”, der mit zwerchfellerschütternder Mimik begeisterte.

Auf einer Kinderbühne wurde kindgerechtes Mittelalter dargeboten. Christof Zielony aus Hückelhoven war hier mit seinem Puppentheater 1001 zu Gast und brachte die Kinder mit den verrückten Streichen seiner Puppen Roderich und Feuerfrey zum Lachen.
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