Abend der Kulturen: Musik, Tanz und Leckereien

Von: hewi
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Musik die mitreißt: Fatima Deckers-Biermann trommelte beim Abend der Kulturen. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Teil der interkulturellen Woche ist der Abend der Kulturen, bei dem die Teilnehmer in der Aula ihre Bühne und ihr Publikum haben, um ihre Kultur vorzustellen. Zumeist wird getanzt und musiziert, doch auch Vorträge und eine Ausstellung gab es für die rund 250 Zuschauer, die den Weg in die Aula gefunden hatten.

Der Abend war etwas für Genießer. Zu den künstlerischen Vorführungen aus den verschiedenen Ländern gab es auch kulinarische Genüsse zum Probieren und Rezepte zum Nachkochen.

Die Trommlerin Fatima Deckers-Biermann war schon bei der Eröffnungsandacht in Millich dabei. Auch den Abend der Kulturen eröffnete sie mit viel Temperament und Rhythmus. Sie erinnerte sich an ihre eigenen Integrationserfahrungen. „Ich war zwölf Jahre lang still“, erklärte sie. Sie habe gedacht, Integration sei, „wenn ich auch putze, sobald der Nachbar putzt. Das war falsch.“ Richtig sei es, das zu zeigen, was man zu bieten hat.

Und das tat Vethina Jegatheesan vom tamilischen Kulturverein in Heinsberg. Mit ihrer Schwester Vetusha präsentierte sie so elegante wie exotische Tänze aus ihrer Heimat. Birgit Fluhr-Leithoff vom Hückelhovener Gymnasium wusste einiges über die Heimat der Tamilen, Sri Lanka, zu berichten. Die Pädagogin ist von Anfang an im Arbeitskreis der Interkulturellen Woche dabei und moderierte den Abend mit dem Integrationsbeauftragten der Stadt, Heinz-Josef Schmitz. Dieser betonte, dass es auch „schwierig ist, mit uns klarzukommen“. Daher sei es wichtig, aufeinander zuzugehen und Grenzen im Kopf zu überwinden. „Integration ist keine Einbahnstraße“, sagte Fluhr-Leithoff und betonte, dass die Menschen etwas in die Gesellschaft einzubringen hätten. Auch dies stecke in dem Motto „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“.

Der stellvertretende Landrat Heinz-Theo Tholen sprach beim Motto der Interkulturellen Woche von einer „bestechenden Logik“. Er verwies darauf, dass im Kreis Angehörige aus rund hundert Nationen leben und viele von ihnen schon „überzeugte Kreisheinsberger“ geworden seien. Für Rassismus und „dumpfe Ideologien“ sei kein Platz. „Menschen kommen zu uns und suchen eine Zukunft. Wie sollte man dazu Nein sagen“, erklärte er. Die Mehrheit der Menschen im Kreis wolle ein „vielfältiges und buntes Miteinander“. Anschließend spielten Grit Meuser und der Musiklehrer Claas Otto vom Gymnasium Jazz- und Latin-Kompositionen, bevor der russische Frauenchor „Rjabinuschka“ sang. Der Chor stammt aus Erkelenz und fand sich vor mehr als 20 Jahren im Aussiedlerwohnheim Bauxhof zusammen. Mit ihren russischen Volksliedern treten die Sängerinnen unter der Leitung von Nadeshda Reder heute auf Festen und Veranstaltungen in der Region auf.

Das Hückelhovener Gymnasium nennt sich seit dem 13. Juli 2010 „Schule gegen Rassismus“. Mit dem Titel sind Aktionen und Auflagen verbunden, die eingehalten werden müssen. Christine Wolff von der schulinternen Teilkonferenz eröffnete die Ausstellung „Ohne dich!“, mit der die Schule erfolgreich an einem Wettbewerb der DGB-Jugend teilgenommen hatte. Nach der Pause folgten Vorträge über Polen und die Ukraine und viel Musik. Zum Abschluss schlug Fatima Deckers-Biermann noch einmal richtig zu und ließ die Trommeln beben, bis es kaum noch einen der Zuschauer auf den Sitzen hielt.

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