„Aachener Revier“: Der Bergbau ist das verbindende Element

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
9313446.jpg
Brauchtum und Tradition, jung und alt: Die Verantwortlichen der Leader-Bewerbung „Aachener Revier“ setzen auf die Vielfalt, die der Raum zwischen Stolberg und Erkelenz bietet. Der Bergbau ist das verbindende Element, die Vereine sollen eingebunden werden, Naturschutz und Landwirtschaft sollen wichtige Rollen spielen. Fotos (6): Daniel Gerhards Foto: Daniel Gerhards

Kreis Heinsberg/Städteregion. Eines wurde bei der Ergebniswerkstatt zur Leader-Bewerbung „Aachener Revier“ deutlich: Die Stärke dieses schmalen Landstrichs zwischen Stolberg und Erkelenz liegt in der Breite. Zu unterschiedlich sind die Dörfer der beteiligten Städte Hückelhoven, Erkelenz, Geilenkirchen, Baesweiler, Alsdorf, Würselen, Eschweiler und Stolberg.

Sie verbindet kein über Jahrzehnte gewachsenes Zusammengehörigkeitsgefühl. Trotzdem gebe es gemeinsame Probleme und Herausforderungen in den ländlich geprägten Orten, sagen Ruth Roelen, Oberbaurätin der Städteregion Aachen, und Josef Nießen, Baudezernent des Kreises Heinsberg. Das habe der bisherige Leader-Prozess gezeigt.

Der Verantwortlichen für die Leader-Bewerbung „Aachener Revier“ stellten am Donnerstagabend im Kulturzentrum Burg Baesweiler rund 70 Teilnehmern von Vereinen, Initiativen, Unternehmen, Landwirtschaft und Behörden die Ergebnisse der zurückliegenden Diskussionen vor. Dadurch sollte die Bewerbung, die am 16. Februar beim Land vorliegen muss, den „letzten Schliff“ erhalten. Voraussichtlich bleiben von mehr als 40 Bewerbungen maximal 24 Regionen übrig, die gefördert werden.

Drei Themen stehen in allen beteiligten Kommunen weit oben auf der Wunschliste: Ortsentwicklung, Mobilität und Jugendarbeit. In diesen Bereichen sollten Netzwerke gebildet werden, sagte Roelen. Ehrenamtler, Vereine, Verbände und Verwaltungen könnten kooperieren und voneinander lernen. Gemeinsame Probleme und gegenseitiger Austausch bilden aber noch kein Alleinstellungsmerkmal für das „Aachener Revier“. Das verbindende Element soll der Bergbau sein. Der habe die Region lange geprägt – und tut dies in Teilen noch heute.

Daran schließt auch das Leitziel der potenziellen Leader-Region an: „Wandel ohne Grenzen“. Der Wandel sei prägend für die Region, aber die Kommunen befinden in unterschiedlichen Stadien dieses Prozesses. Die Zeche Carl-Alexander in Baesweiler schloss zum Beispiel schon 1975, Sophia-Jacoba in Hückelhoven wurde 1997 stillgelegt, und die Umsiedlung einiger Erkelenzer Stadtteile wegen des Braunkohletagebaus ist im Gange.

In dieser Vielfalt liegt für Harald Wedel, der den Leader-Prozess mit der Agentur Grontmij begleitet, der Reiz. Und so heterogen wie die Region sind auch die Projekte, die später gefördert werden könnten. Ein Demenzcafé, ein Obstwiesenprojekt für Migranten und mobile Arztpraxen sind ebenso denkbar wie eine Umgestaltung eines Gemeinschaftshauses für ein Dorf. Insgesamt bekommt eine Leader-Region für einen Zeitraum von sieben bis acht Jahren 3,1 Millionen Euro. Ein Entscheidungsgremium der jeweiligen Leader-Region kann dann einzelne Projekte fördern – 65 Prozent beträgt der Zuschuss in der Regel. Den Rest muss der Projektträger selber aufbringen. Die beteiligten Kommunen schießen für die gesamte Projektzeit noch einmal 350.000 Euro zu.

Bemerkenswert ist, dass die Entscheidungsgremien nicht mehrheitlich mit Vertretern der Behörden besetzt sind. Das passt ins Konzept von Leader. Denn alle Ideen für Projekte sollen aus der Bürgerschaft, von den Vereinen und Verbänden kommen. „Wir greifen damit Anregungen aus der Bevölkerung auf“, sagt Nießen. Klar müsse aber sein, dass Leader keine sozialen Probleme lösen könne. Vielmehr trage es dazu bei, Menschen zu aktivieren, sich einzubringen und Ideen zu entwickeln.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert