82 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten im Kreis sind weiblich

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Kreis Heinsberg. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Davon ist ein Großteil der arbeitenden Frauen im Kreis Heinsberg nach Ansicht der die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) weit entfernt.

Zum Internationalen Frauentag hat die Gewerkschaft gefordert, mehr für die Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu tun. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts würden Frauen im Schnitt noch immer 21 Prozent weniger als Männer verdienen. Pro Stunde gingen Frauen demnach 4,39 Euro verloren – weil sie Frauen sind.

Nach Einschätzung von NGG-Geschäftsführer Peter Mogga ist dieser „Gender Pay Gap“ in vielen Branchen sogar noch deutlich größer.„Frauen bekommen oft genug schon für dieselbe Tätigkeit weniger als ihre männlichen Kollegen. Hinzu kommt, dass sie auch noch überdurchschnittlich oft in prekären Jobs arbeiten“, so Mogga.

So seien nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zuletzt 82 Prozent aller Teilzeit-Beschäftigten im Kreis Heinsberg weiblich gewesen. Und auch bei den Minijobs sei der Frauenanteil im Kreis mit 64 Prozent hoch. Mogga: „Die Folgen davon bekommen viele Frauen spätestens im Rentenalter zu spüren. Wegen niedriger Einkünfte und Unterbrechungen im Erwerbsleben sind weibliche Beschäftigte besonders oft von Armutsrenten betroffen und dann auf Unterstützung vom Staat angewiesen. Aber auch bei Arbeitslosigkeit oder nach einer Scheidung steht ein Großteil der Frauen mit leeren Händen da.“

Das Modell des männlichen Hauptverdieners sei weiterhin stark verbreitet – und damit die finanzielle Abhängigkeit der Frauen. Diese tragen laut einer neuen Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Deutschland gerade einmal 22,4 Prozent zum Familieneinkommen beitragen.

Die NGG sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Politik. „Das geplante Gesetz zur Lohngerechtigkeit ist dabei ein erster wichtiger Schritt“, so Mogga. Allerdings solle nach dem Gesetz der individuelle Anspruch darauf, zu erfahren, was der Rest der Belegschaft verdiene, auf Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten beschränkt bleiben. „Für den Großteil der Hotels, Gaststätten oder Bäckereien im Kreis Heinsberg greift das Gesetz damit zu kurz“, so der Gewerkschafter weiter. Nötig sei stattdessen ein verbrieftes Recht auf die gleiche Bezahlung für die gleiche Tätigkeit. „Denn Mann oder Frau – dieser Unterschied darf in einer modernen Arbeitswelt keine Rolle mehr spielen.“

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