Kreis Heinsberg - 8. Kunsttour in der Freizeit-Region Heinsberg

8. Kunsttour in der Freizeit-Region Heinsberg

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Kreis Heinsberg. „Die Heinsberger Region ist durch den lebendigen Austausch zwischen städtischen Impulsgebern und ländlichen Initiativen geprägt.” Das sagte Dr. Annette Lagler, stellvertretende Direktorin vom Ludwig Forum für Internationale Kunst (Aachen), vor der 8. Kunsttour in der Region Heinsberg am Sonntag, 3.Mai.

Sie gehört zu der dreiköpfigen Jury, die über die Bewerbungen zur Kunsttour zu entscheiden hatte. Bedeutende Kultureinrichtungen der städtischen Zentren - wie die Museen moderner Kunst in Aachen und Mönchengladbach - würden auf das kulturelle Leben in der Region ausstrahlen und dabei ihren Beitrag zur Kultur im Heinsberger Raum liefern, wo sich ein breit gefächertes Repertoire kultureller Akteure angesiedelt habe, so Lagler.

Kunsthistoriker, Dozent und Jurymitglied Sebastian Neußer aus Hückelhoven stellte fest, dass sich im Kreis in den letzten Jahren „ein aktives und ambitioniertes Engagement für die Kunst” entwickelt habe. Dies geschehe unter erheblichem individuellen Aufwand, da, anders als in größeren Städten, keine wirkliche kulturelle Infrastruktur bestehe. „Umso bemerkenswerter sind Projekte wie die Kunsttour, die einen guten Einblick in die verschiedenen Bereiche ermöglicht und zudem Ausdruck eines wachsenden kulturellen Gemeinschaftsgefühls ist.”

Professor Walter Dohmen aus Langerwehe, dessen zeichnerisches, grafisches und malerisches Werk im In- und Ausland Anerkennung gefunden hat, war in der Jurysitzung überrascht, „mit so einem Potenzial an Kunst aus der Region konfrontiert zu werden”. Die Hobbykunst habe zwar in allen Regionen enorm zugenommen, doch die Jury habe für die Kunsttour die wirkliche Kunst im Auge gehabt und die qualitätvollsten Künstler aus der Region Heinsberg ausgewählt. „Es ging in erster Linie um Qualität”, betonte Dohmen und zog das Fazit: „Nach der Einsicht der Bewerbungen um die Kunsttour hat sich meines Erachtens auf dem Gebiet der Kunst in der Region viel getan.”

Wie erwartet, seien die eingereichten Anträge und Werkbeispiele sehr breit gefächert gewesen, berichtete Lagler. „Dabei sollte eine Kunsttour und kein Kunstpreis juriert werden. Es lag also nahe, neben Fragen zur Qualität der Werke und zur Präsenz unterschiedlicher Beispiele und Gattungen auch die Qualität der Route und die Tradition des Ateliers mit zu bewerten.” Aus der Summe dieser Überlegungen habe sich die Auswahl entwickelt.

Zur Arbeit der Jury erklärte Neußer: „Zugegebenermaßen ist es nicht einfach, auf Basis der kurzen E-Mail-Bewerbungen ein qualifiziertes Urteil über einzelne künstlerische Positionen abzugeben, doch hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass eine derartige Veranstaltung nicht ohne qualitative Vorauswahl auskommen kann.

Jedes Mitglied der Jury hat selbstverständlich eigene Bewertungskriterien, andere hingegen stimmen überein: So haben wir beispielsweise darauf geachtet, ob in den jeweiligen Werkentwicklungen eine gewisse Konstanz zu erkennen ist und ob die Künstlerinnen und Künstler auch überregional im Rahmen von Ausstellungen Erfahrungen gesammelt haben.” Es sei über einige Positionen kontrovers diskutiert worden, doch habe sich überraschend schnell eine Übereinstimmung gezeigt.

Dohmen merkte an: „Mir fehlten ein wenig junge Künstler mit guten Innovationen.” Es gebe ein breites Feld von Künstlern, die sich mit Malerei, Bildhauerei, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie qualitätvoll präsentieren und in der Region auf sich aufmerksam machen wollen. Die Jury habe eine Auswahl getroffen, von bereits bekannten und weniger bekannten Künstlern, „die mit ihren Werken die Besucher neugierig machen wollen”.

Nach Meinung von Sebastian Neußer sind Institutionen wie Kreismuseum Heinsberg, Kunstverein Canthe oder Kunstverein Region Heinsberg für die Besucher ein guter Einstieg in die Kunsttour. „An diesen Schnittstellen dürfte sich vor allem Möglichkeit zur Diskussion mit anderen Besucherinnen und Besuchern und dadurch Anreiz zu weiteren Anlaufstellen bieten.” Annette Laglers Empfehlung lautet: „Neben einem Besuch in der Städtischen Galerie Haus Basten lohnt sich mit Sicherheit auch der Besuch bei Marlne Roubert und Hermann-Josef Mispelbaum, die mit großer Intensität zwei vollkommen unterschiedliche Richtungen verfolgen.”

Walter Dohmen: „Da ich mich als Juror für die Künstler entschieden habe, die im Flyer aufgeführt sind, empfehle ich, möglichst viele Ateliers, am besten alle, zu besuchen und sich selbst ein Bild über die Künstler mit ihren Werken in der Region Heinsberg zu machen. Es lohnt sich!” (disch)
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