50 Jahre Europaschule Erkelenz: Der Name ist Programm

Von: hewi
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Für den humorvollen Teil sorg
Für den humorvollen Teil sorgte Wendelin Haverkamp, den Schulleiter Willi Schmitz beim Festakt begrüßte. Foto: Koenigs

Erkelenz. Der 50. Geburtstag der Europaschule, der Realschule der Stadt Erkelenz, wurde in festlichem Rahmen und mit einem abwechslungsreichen Programm in der Stadthalle am Franziskanerplatz gefeiert. Neben Reden und Musik stand ein Festredner auf dem Programm, den zumindest die Älteren unter den Zuhörern kannten: den Aachener Wendelin Haverkamp alias „Anton Hinlegen”.

Zuerst jedoch gehörte die Bühne der Jubilarin, beziehungsweise ihrem Schulleiter Willi Schmitz. Schmitz erinnerte daran, was im Geburtsjahr der damaligen Realschule passierte: Der sowjetische Kosmonaut Gagarin schaffte es als erster Mensch ins All, Amnesty International wurde gegründet, und der heutige US-Präsident Barack Obama erblickte das Licht der Welt. Die Erkelenzer Realschule wuchs im Laufe der Jahre zu einer der größten Realschulen bundesweit, wobei sich eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern und der Stadt entwickelte. „Die Schüler und Eltern prägen das Gesicht der Schule genauso, wie es die Lehrer tun”, betonte der Schulleiter. Er selbst hat eine eigene „Karriere” an „seiner” Schule hingelegt und war vor 47 Jahren Schüler an der Realschule. Nach Abitur und Studium sowie Lehrertätigkeit „beerbte” Schmitz 1994 den damaligen Schulleiter Klaus van Forst und übernahm selbst die Führungsposition.

Die Schule „entschleunigt”

Schmitz dankte seinem Vorgänger und vergaß auch nicht das Kollegium, das in den letzten Jahren bei der Neugestaltung der Schule viel geleistet habe. Gemeinsam habe man es geschafft, die Schule zu „entschleunigen” und den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu rücken. „Es war ein mutiger Weg”, erklärte er. „Die heutige Europaschule hat wieder Zeit zum Lernen und für den zwischenmenschlichen Kontakt.” Die Unterrichtstunden wurden auf 60 Minuten verlängert, wobei Wert gelegt wird auf die kooperative Unterrichtsform. Auch die Pausenzeiten wurden verlängert, eine einstündige Mittagspause eingeführt. „Moderne Schulen sind Ganztagsschulen”, erklärte Schmitz. Deshalb hat die Europaschule den gebundenen Ganztag eingeführt.

Den Stellenwert der Europaschule für Erkelenz hob auch Bürgermeister Peter Jansen hervor. „Die Realschule ist die Schulform, die ihr Programm im Namen trägt”, erklärte er. Denn es werde Wert darauf gelegt, das Gelernte auch im Alltag anwenden zu können. Aus seiner eigenen Zeit als Schüler in der Realschule waren dem Bürgermeister die Umzüge der Schule in Erinnerung geblieben. „Ich hatte nie einen festen Klassenraum in meiner Schulzeit”, betonte er. Als Geschenk überreichte er eine Kopie des Schildes, das den Eingang der Europaschule demnächst zieren wird.

Die Leitende Regierungsschuldirektorin Helga Jarosch sprach von Schule als „Ort des Handelns, an dem alle willkommen sind”. Eine Schule könne nicht alt werden, denn sie sei der Jugend verpflichtet. Realschulen sage man nach, sie seien konservativ ausgerichtet, erklärte Jarosch. Die Europaschule sei Beleg dafür, dass Realschule auch für Veränderung stehen kann. Nach Hiphop und Rockklassikern kam Wendelin Haverkamp. Der Autor und Kabarettist sah die Bildungspolitik durchaus kritisch. „Deutsche können selbst im Stehen so bremsen, dass es ruckt”, wusste er. Er warnte vor der „Verpipifaxung der Gesellschaft”, denn: „Wer Blödheit sät, wird Idioten ernten.”

Neben der Schulband wusste der Zehntklässler Ibrahim Kayed mit einem Rap über seine Schule zu überzeugen. „Da kommt noch mehr”, war seine Botschaft.
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