Heinsberg - 50 Gitarristen aus 30 Ländern zu Gast

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50 Gitarristen aus 30 Ländern zu Gast

Von: Petra Wolters
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Beim Soundcheck für das erste
Beim Soundcheck für das erste Meisterkonzert des Gitarrenfestivals gestern auf der Bühne der Stadthalle: das „Brasil Guitar Duo” mit Joao Luiz (links) und Douglas Lora (rechts) zusammen mit Festivaldirektor Theo Krings (2.v.r.) und dem künstlerischen Leiter Roman Viazovskiy. Foto: Petra Wolters

Heinsberg. Mit dem Meisterkonzert des „Brasil Guitar Duo”, bestehend aus Joao Luiz und Douglas Lora aus Sao Paulo, startete das Internationale Gitarrenfestival am Dienstagabend in seine offizielle Festivalwoche.

„Die weltbesten Gitarrenspieler haben sich bei uns versammelt. 50 Gitarristinnen und Gitarristen aus 30 Ländern treten an, um in einem Wettbewerb der Spitzenklasse miteinander zu konkurrieren”, begrüßte Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder die Gäste des ersten von insgesamt vier Meisterkonzerten in der Heinsberger Stadthalle.

Im Mittelpunkt seiner kurzen Ansprache stand der Dank an alle, „die diese Großveranstaltung möglich machten. Das sind Theo Krings und Roman Viazovskiy mit ihrem Organisationsstab und vielen ehrenamtlichen Helfern, das sind die Gastfamilien und die Sponsoren”. Gerne hätte er in diesem Zusammenhang auch den Schirmherrn des Festivals, den Landtagspräsidenten Eckhard Uhlenberg, begrüßt. Dieser hatte aber ganz kurzfristig wegen einer Erkrankung absagen müssen. So verlas Dieder dann das Grußwort, dass er ihm zugesandt hatte.

Uhlenbergs Schreiben

Uhlenberg sprach in seinem Schreiben zunächst „Anerkennung für die große bürgerschaftliche Leistung aus, die hinter der Idee, Organisation und dem Erlebnis dieses Festivals steckt.” Er könne Heinsberg nur aus der Ferne, aber von Herzen ein großes Kompliment machen, betonte er: „Mit dem Internationalen Gitarrenfestival unter Beteiligung der Weltelite der klassischen Gitarristen hat Heinsberg ein Zeichen gesetzt und stellt damit ein kulturelles Glanzlicht in Nordrhein-Westfalen dar.” Dieses strahle weit über die Region ins gesamte Land und auch bis nach Belgien und die Niederlande aus. „Vier Konzerte etablierter Künstler der absoluten Spitzenklasse und der Wettbewerb der weltweit besten jungen klassischen Gitarristen machen die Kreisstadt zurzeit zum ,Mekka der Gitarrenwelt.”

Eigene Stimme entwickelt

Bei einem kurzen Ausflug in die Musikkultur an sich betonte Uhlenberg deren Möglichkeiten bei der internationalen Verständigung. „Mit ihrem Gitarrenfestival hat die Stadt Heinsberg im europäischen Konzert der Begegnung und Verständigung eine ganz eigene Stimme und Melodie entwickelt. Sie bereichern damit die Musikkultur in Nordrhein-Westfalen.”

Joao Luiz und Douglas Lora überraschten dann Publikum und Veranstalter gleichermaßen zum Auftakt ihres Konzerts, hatten sie doch den Tango „Zita” von Astor Piazzolla an den Anfang gestellt. Laut Programm präsentierten sie dann eine Gavotte und Variationen von Jean Phillip Rameau, ursprünglich komponiert für das Cembalo.

Nicht fehlen durften dabei mit Präludium und Fuge in Cis-Moll, Op. 199 Nr. 7 und Fandango Op. 196, zwei Werke von Mario Castelnuovo-Tedesco. Joao Luiz und Douglas Lora sind das erste Duo weltweit, das seine kompletten Werke für zwei Gitarren auf CD aufgenommen hat.

Die drei folgenden Stücke aus „Children´s Corner Suite”, von Claude Debussy komponiert für Piano, präsentierten die beiden Künstler dann in einer Bearbeitung von Joao Luiz und Ansgar Krause. Mit zwei eigenen Werken von Douglas Lora, „Valse” und „Postlude”, ging das Duo in die Pause.

Brasilianische Klänge

Ausschließlich brasilianische Klänge, sämtlich in Bearbeitung von Joao Luiz, prägten den zweiten Teil des Abends. Den Anfang machten „Casa Forte” und „Zanzibar”, zwei Stücke des bekannten brasilianischen Song-Schreibers Edu Lobo.

Den „Choro”, einen ganz traditionellen Musikstil ihrer Heimat, brachten die beiden mit „Doce de Coco” und „Noites Cariocas” von Jacob do Bandolim zu Gehör, ursprünglich geschrieben für Mandoline, die auf Portugiesisch „bandolim” heißt.


Ein sogenannter Crossover-Komponist für populäre und klassische Musik zugleich ist für das Duo Egberto Gismonti, von dem sie „Agua & Vinho” sowie „7 Aneis” aufführten.

Ihren eindrucksvollen Schlusspunkt setzten die brasilianischen Gitarrenvirtuosen mit „Bata Coxa” von Marco Pereira, der das ursprünglich für die Sologitarre geschriebene Stück eigens für die beiden in einer Version für zwei Gitarren verfasst hatte.

Weiter im Programm der Festivalwoche geht es am Mittwoch, am Donnerstag und am Freitag mit den Hauptrunden im Wettbewerb, jeweils von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr in der Stadthalle. Diese sind kostenlos zugänglich.

Das Meisterkonzert am Mittwochabend bestreiten ab 20 Uhr Roman Viazovskiy, der künstlerische Leiter des Festivals, und Marco Socías. Eine kostenlose Einführung für die Konzertbesucher durch Schüler des Kreisgymnasiums gibt es ab 19 Uhr. Marcin Dylla und Tilman Hoppstock spielen am Donnerstag, Antal Pusztai und das Rafael Cortés-Trio am Freitag, ebenfalls jeweils ab 20 Uhr.

Höhepunkt des Wettbewerbs ist das Finale, das am Samstag um 19 Uhr beginnt. Es wird als Konzert mit vier oder maximal fünf Finalisten ausgetragen. Weiter zum Programm des Festivals gehören eine Instrumentenausstellung und eine Ausstellung zum Komponisten und Gitarrenvirtuosen Agustín Barrios Mangoré, die bis Freitag jeweils von 10 bis 19.45 Uhr geöffnet sind, am Samstag bis 18.45 Uhr. Ein Vergleichsspiel von Meistergitarren findet am Samstag um 15 Uhr statt.

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