Kreis Heinsberg - 2013 erstmals Ausschüttung an die Träger?

2013 erstmals Ausschüttung an die Träger?

Von: disch
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Kreis Heinsberg. „Für uns ist die Sparkasse kein Instrument, um unsere Finanzen zu sanieren.”

Mit dieser Aussage reagierte Landrat Stephan Pusch (CDU), der auch Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Heinsberg ist, auf die Forderung von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), der vor dem Hintergrund der desolaten Finanzlage vieler Städte und Gemeinden gefordert hatte, die Sparkassen sollten die Kommunen stärker an ihren Gewinnen beteiligen. „Für uns ist die Sparkasse vielmehr das Wirtschaftsförderungsinstrument schlechthin”, so Pusch weiter. Es gehe darum, dass vor allem die Mittelständler, aber auch die Bürger ausreichend mit Krediten versorgt werden könnten. Pusch legte zudem ein klares Bekenntnis zur Aufrechterhaltung des Filialnetzes in der Fläche ab, selbst wenn dies - rein betriebswirtschaftlich betrachtet - vielleicht nicht in jedem Fall sinnvoll erscheine. Aber mit Blick auf den demografischen Faktor betonte er, ältere Menschen sollten ihre Sparkasse auch in Zukunft in ihrer Nähe aufsuchen können.

Die Kreissparkasse Heinsberg hat nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Thomas Pennartz in der Vergangenheit keine Ausschüttungen an ihre Träger - Kreis Heinsberg und Stadt Erkelenz - vorgenommen. Vielmehr seien die Gewinne zur Stärkung des Eigenkapitals genutzt worden. Denn die Kreissparkasse Heinsberg sei nach der Fusion der beiden damals noch selbstständigen Kassen im Nordkreis und im Südkreis vor 38 Jahren eher unterdurchschnittlich kapitalisiert gewesen. Da aber das Wachstum im Kreditgeschäft und die Stärkung des Eigenkapitals in einer Balance bleiben sollten, seien die Erträge entsprechend genutzt worden.

Dann kam ­verschärfend das Thema „Basel III” ins Spiel: Mit ­Basel III sind die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich gemachten Empfehlungen zur Eigenkapitalausstattung gemeint. „Wenn Basel III nicht gekommen wäre, hätten wir in diesem Jahr für 2011 eine Ausschüttung vorgenommen”, so Pennartz.

Die Satzung für den Sparkassenzweckverband wurde geändert. Im Dezember 2011 hat der Kreistag einstimmig dieser Änderung zugestimmt. Ziel des Sparkassenvorstandes sei es, über die Anforderungen von Basel III hinaus zusätzliche Kapitalpuffer zu schaffen, damit die Kreissparkasse „auch langfristig auf sicheren Füßen steht”, wie es in der Verwaltungsvorlage zur Sitzung hieß. Laut Pennartz sollen eine Kernkapitalquote von 10,5 Prozent und eine Gesamtkapitalquote von zwölf Prozent auch bei wachsendem Kreditvolumen gehalten werden. In der geänderten Satzung sind die Ausschüttungen an die Träger jedenfalls auf zehn Prozent des Jahresüberschusses beschränkt. Und Ausschüttungen sollen ausschließlich nur dann vorgenommen werden, wenn das strategische Ziel der Sparkasse (Jahres­ergebnis nach Steuern vor Zuführung zur Vorsorgereserve und vor Ausschüttung an Träger) von zehn Millionen Euro erreicht wird. Angesichts eines Gewinns von rund neun Millionen Euro in 2011 wird es also in diesem Jahr wieder keine Ausschüttung geben. Vielmehr wird das Eigenkapital weiter aufgestockt. Für 2013 werde aber angestrebt, so Pusch und Pennartz, erstmals eine Million Euro an die Träger (800 000 Euro für den Kreis Heinsberg und 200 000 Euro für die Stadt Erkelenz) ausschütten zu können - was einen Gewinn von zehn Millionen Euro in 2012 voraussetzen würde.

Beide betonten zudem das Engagement der Sparkasse für gemeinnützige, soziale und gesellschaftliche Zwecke. So würden rund zwei Millionen Euro im Jahr über Spenden und Sponsoring Vereinen, Verbänden und Institutionen im Kreis zugutekommen.
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