200 Menschen setzen ein Zeichen: „Wir dulden keinen Naziterror”

Von: disch
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Erkelenz. „Für das Leben - ohne Rassismus, Antisemitismus und Nazis!” Unter diesem Motto stand an diesem Samstag eine antifaschistische Aktion in Erkelenz.

Mit einer lauten, bunten und friedlichen Kundgebung sollte die Botschaft transportiert werden: „Wir dulden keinen Naziterror!” Zur Teilnahme an diesem Demonstrationszug durch die Erkelenzer Innenstadt hatte ein aus Einzelpersonen und antifaschistischen Gruppen gebildetes „Aktionsbündnis 29. September 2012” aufgerufen. Dieser Termin war bewusst gewählt worden: am letzten Tag der Interkulturellen Woche im Kreis Heinsberg. Nach übereinstimmenden Angaben von Initiatoren und Polizei vom frühen Abend waren rund 200 Personen dem Aufruf gefolgt.

Auch einzelne Personen, die offensichtlich dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen waren, tauchten am Rande der Demonstration auf. Dabei soll es zu Wortgefechten gekommen sein. Eine Person, die einem von der Polizei ausgesprochenen Platzverweis nicht Folge leisten wollte, wurde in Gewahrsam genommen, berichtete ein Pressesprecher der Polizei.

Nach dem Zug der Antifaschisten am Mittag durch die Innenstadt wurde die Abschlusskundgebung auf dem Franziskanerplatz zu einem bis in die Abendstunden laufenden Open-Air-Konzert nach der Devise "Umsonst & Draußen". Sieben Bands standen auf dem Programmzettel: Scrap?!, When There Is None, Dope & Tight, Nic Knatterton & Johanna, Tanzkommando, Raffnix und 51st Degree.

„Wir sind absolut zufrieden”, zog Christoph Stolzenberger, der die Aktion angemeldet hatte, am frühen Abend eine erste Bilanz. „Wir wollten ein Zeichen setzen.” Und ein bisschen Spaß habe es auch gemacht, sagte er mit Blick auf das Musikevent vor der Stadthalle. Stolzenberger stellte zudem die gute Zusammenarbeit mit den Behörden - sowohl mit der Stadtverwaltung als auch mit der Kreispolizeibehörde - heraus. Insbesondere den Polizisten galt sein Dank für den Schutz der Veranstaltung.

Das Aktionsbündnis habe bewusst agieren statt reagieren wollen, so Stolzenberger. „Es ist an der Zeit, den neonazistischen Umtrieben im Kreis Heinsberg endlich offensiv etwas entgegenzusetzen”, war auf einem Handzettel zu lesen. „Es genügt nicht, immer nur zu reagieren, wenn die Nazis wieder einmal eine ihrer Aktionen durchführen. Es genügt nicht, in geschlossenen Räumen und bei Veranstaltungen verbal Position gegen Rassismus und Antisemitismus zu beziehen.” Nötig sei ein deutliches Zeichen, „um den Nazis zu zeigen, dass ihre Ideologie und ihre Aktivitäten hier und überall unerwünscht sind”. Das vom nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger ausgesprochene Verbot der rechtsextremistischen „Kameradschaft Aachener Land” wurde vom Aktionsbündnis zwar ausdrücklich begrüßt, aber natürlich reiche dies nicht aus, hieß es.
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