Heinsberg - 16 Jahre als Pfarrer hinter Gittern tätig

16 Jahre als Pfarrer hinter Gittern tätig

Von: Petra Wolters
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Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Regionaldekan Winfried Müller, Pfarrer Rüdiger Hagens und Pfarrer Marian W. Janke zusammen mit den Messdienern Corinna Wolters und Bodo Schunk (von rechts) zum Abschluss des festlichen Gottesdienstes in der Kirche der JVA Heinsberg. Foto: Petra Wolters

Heinsberg. Genau 16 Jahre, einen Monat und 16 Tage war Marian W. Janke als Pfarrer hinter Gittern tätig. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Kirche der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heinsberg wurde er jetzt verabschiedet und sein Nachfolger, Pfarrer Rüger Hagens, zugleich in sein Amt eingeführt.

Regionaldekan Winfried Müller, der die Messe zelebrierte, begrüßte dazu auch Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Leiter der Hauptabteilung Pastoral, Schule, Bildung im Generalvikariat in Aachen. Aus der Urkunde des Bischofs, die er verlas, ging hervor, dass Janke ab dem 21. Februar als Pfarrer in der Pfarrei Heilig Geist in Eschweiler-Süd tätig sein wird, einer Fusion aus bisher fünf selbstständigen Gemeinden. Janke war bisher neben seiner Tätigkeit im Gefängnis noch als Subsidiar in den Pfarreien Karken, Kempen und Kirchhoven tätig.

„Du hast den Menschen hier gezeigt, dass keiner von Gottes Liebe ausgeschlossen ist, dass wir alle auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen sind”, lobte Müller Jankes langjährige Arbeit mit den Gefangenen in Heinsberg. Er habe den Menschen Licht in diese Welt gebracht. „Vielen warst du Hilfe und hast ihnen einen Weg in die Zukunft gezeigt”, erklärte er, als er ihm zum Abschied eine Kerze schenkte. „Für das Vergangene: Danke - für das Kommende: Ja!”, zitierte Cremer dann den ehemaligen UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld, als er Hagens an seiner neuen Wirkungsstätte begrüßte.

Der neue Gefängnisseelsorger bringe Erfahrungen aus der Gemeinde- und aus der Studentenseelsorge mit, betonte er und bot ihm zugleich Begleitung und Unterstützung im neuen Amt an: „Du hier vor Ort, wir ein wenig im Hintergrund”, so Cremer.

„Kein billiger Weg”

Der Weg der Versöhnung sei für die Insassen des Gefängnisses kein leichter, kein billiger Weg, so das Resümee von Hagens in seiner Predigt. Die Seelsorge sei dabei ein freiwilliges Angebot. „Niemand muss den Weg der Versöhnung gehen”, sagte er.

Die Seelsorge gebe dabei Anregungen, damit der Inhaftierte neu zu menschlichen Werten finden könne. Ausdrücklich lud er aber auch die Bediensteten der JVA ein, seinen Dienst in Anspruch zu nehmen. Nachdem Janke im Anschluss an den Gottesdienst zunächst bedauert hatte, dass kein Vertreter der Anstaltsleitung an der Feier teilnahm, moderierte Wilhelm Hawinkels als Leiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes den Reigen der Grußworte. Darin reihte sich neben Hans Rolf Krewinkel, Regionaldekan Aachen-Land, Jens Sannig, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Jülich und Hagens evangelischem Kollegen Günter Pilger auch Bürgermeister Wolfgang Dieder ein.

Die Seelsorge sei ein uraltes Anliegen der Kirche, und sie sei ebenso sensibel wie anspruchsvoll, betonte er. „Eine ganz besondere Herausforderung ist es, den jungen Menschen hier das Gedankengut des christlichen Glaubens nahezubringen.” Es gebe viele Menschen, die seinen Weggang zutiefst bedauern würden, sagte er zu Janke. „Ich hoffe, Sie halten uns in guter Erinnerung!”

Nach Detlev Plömacher als Vertreter des Personalrates erntete Majid Hussain viel Applaus für seine kurze Rede als Vertreter der Gefangenen. „Sie sind auch ein guter Mann!”, sagte er zu Hagens. „Wenn Sie was brauchen, wir sind für Sie da”, erklärte er im Namen der Gefangenengruppe „Freiraum”, die Janke im Gefängnis aufgebaut hat und die ihn und seinen Nachfolger auch bei dieser Feier engagiert unterstützte. Grußworte von Vertretern der Gefängnisseelsorge-Gremien auf Bundes- und Landesebene schlossen den offiziellen Teil der Feier, an die sich ein Empfang anschloss, ab.
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