Erkelenz - 120 m² Fläche statt 200.000 Liter Wasser

120 m² Fläche statt 200.000 Liter Wasser

Von: kl
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Eine neue Funktion erhält der lange ungenutzte Wasserturm an der Neußer Straße. Er wird zu einem Wohnhaus umgebaut. Foto: N. Schuldei

Erkelenz. „Selbstverständlich wird der Denkmalschutz gewahrt”, versichert der technische Beigeordnete der Stadt Erkelenz, Ansgar Lurweg. Als untere Denkmalschutzbehörde werde die Stadt darauf achten, dass der Wasserwerk an der Neußer Straße in seiner Form, in seinem Aussehen und in seiner Größe erhalten bleibt. Was sich ändert, ist die Funktion.

Längst hat der Wasserturm von 1903 ausgedient, stand er mit einem leerem, riesigen Wasserspeicher in rund 30 bis 40 Meter Höhe quasi nutzlos herum. Schon 2007 wechselte er den Eigentümer. Das Wasserwerk Erkelenz verkaufte ihn an einen Privatmann.

Nunmehr ist es ein diplomierte Maschinenbauingenieur aus Mönchengladbach, der den Turm zu einem Wohngebäude umgestaltet. Der Umbau hat seinen Preis, soll sich aber nach den Worten des Bauherrn im Bereich eines Einfamilienhauses bewegen. Noch ist nicht unbedingt zu erkennen, dass er den derzeit eingerüstete Turm Ende dieses Jahres bewohnen wird, wie es der Zeitplan vorsieht.

Und zwar zieht es dem Diplomingenieur mit seiner Familie in luftige Höhe, obwohl auch auf festem Grund Platz wäre. Auf den zwei Etagen am Boden könnten demnächst Büros Platz finden. Durch den innen leeren, gemauerten, noch in den 90er Jahren sanierten Turm wird ein Aufzug die Bewohner in den zweigeschossigen Wohnbereich bringen, der an die Stelle des Wasserspeichers tritt. Von dort reicht der Blick ziemlich weit in die Ferne, Nach Mönchengladbach ohnehin, aber auch bis nach Geilenkirchen, wo der Ingenieur mit seinem Forschungsunternehmen sesshaft ist. Und ob auch der Kölner Dom, ins Blickfeld der Bewohner rücken wird, bleibt abzuwarten.

Derzeit ist der Wasserturm von einem mächtigen Gerüst umgeben. Der Wassertank, der immerhin rund 200.000 Liter Wasser fasste, musste entfernt werden. Der Behälter aus Stahl musste auseinandergenommen und abtransportiert werden. Ein statisch knifflige Aufgabe, weil der Tank dem Turm die Stabilität gab. Für die Statik des Umbaus sorgte das Ingenieurbüro für Baustatik Sommer in Erkelenz. „Das war weit weg von der Alltagsarbeit eine außergewöhnliche und anspruchsvolle Tätigkeit”, so Adolf Sommer.

Eine wesentliche Rolle beim Umbau spielt der Gerüstmantel rund um den Turm, bis die Betondecken eingezogen sind, die in der Kuppel nicht nur für die ausgewogene Statik sorgen, sondern auch die Wohnetagen für die zukünftigen Bewohner markieren. Rund 120 Quadratmeter Wohnfläche wird dort oben demnächst auf die Bewohner warten, wie es die Pläne vorsehen, die die Architekturgalerie Greven aus Hückelhoven gezeichnet hat. Auf einem Rundlauf in fast 40 Meter Höhe werden sie verzichten müssen. Der Wasserturm darf halt sein Äußeres nicht verändern.

Da wird selbst die Frage nach Tageslicht, das durch die Fenster hineinfällt, zum Problem. Wie viel Glas darf sein, ohne dass der Denkmalschutz beeinträchtigt ist; eine von vielen Diskussionen, die der Bauherr und seine Frau führen müssen. Sie sind zu einem Ergebnis gekommen, mit dem sie leben können - und auch Ansgar Lurweg, der Denkmalschützer der Stadt Erkelenz.
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