Erkelenz-Granterath - 100 Jahre alter Messe zu neuem Klang verholfen

100 Jahre alter Messe zu neuem Klang verholfen

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Der Kirchenchor Granterath feiert sein 120-jähriges Bestehen und singt heute in der Gemeinschaft mit den Kirchenchören aus Tenholt und Hetzerath. Unter der Leitung von Jürgen Pelz sang die Chorgemeinschaft im Festgottesdienst die „Missa breve” von Léo Delibes. Foto: Dahmen

Erkelenz-Granterath. Der Kirchenchor der Pfarrgemeinde St. Michael Granterath - innerhalb der Chorgemeinschaft Cäcilia Tenholt-Granterath-Hetzerath - blickt in diesem Jahr auf ein stolzes Alter zurück: Auf ein 120-jähriges Bestehen.

Diesen Geburtstag feierten die Sängerinnen und Sänger mit ihrem Chorleiter Jürgen Pelz in einem Festgottesdienst in der Granterather Pfarrkirche gemeinsam mit den Bürgern und Vorständen der Kirchenchöre innerhalb der Gemeinschaft der Gemeinden.

Zum großen Jubiläum muss auch etwas Außergewöhnliches geboten werden, betonte Chorleiter Jürgen Pelz und holte die „Missa breve” des französischen Komponisten Léo Delibes (1836-1891) aus der Versenkung. Über 100 Jahre galt sie als verschollen, erklärte er im Gespräch und bezeichnete die Komposition als einen „wertvollen musikalischer Beitrag zum Jubiläum”. Léo Delibes studierte bei Adolphe Adam am Pariser Konservatorium. Er schrieb zahlreiche Opern, Operetten und Ballettmusik, aber nur eine Messe, die „Missa breve”.

Auf der langen Suche nach dieser Messe wurde Jürgen Pelz im Internet fündig. Obwohl die gemeinsamen Proben erst am 7. Januar dieses Jahres aufgenommen wurden, schaffte es Jürgen Pelz, den Chor mit 40 Sängerinnen und Sängern zu einem Klangbild zu formen, mit dem auch die schwierigen Passagen gemeistert wurden. Der ungewöhnliche Klang dieser Messe verlangt hohe Aufmerksamkeit und verfehlt auch in den Pianostellen nicht seine Wirkung. Es ist ein klangvolles Werk, das sich die Chorgemeinschaft selbst und dem Jubiläumschor zum Geschenk gemacht hat. Im Herbst soll diese Messe auf einer CD erscheinen und an das Jubiläum erinnern. Mit Werken von Bach und Mozart ergänzten Jürgen Pelz (Klavier) und Clemens Venedey (Klarinette) den eindrucksvollen Gottesdienst.

Zum Jubiläum und zur beeindruckenden Aufführung gratulierten Pfarrer Franz Josef Semrau, Heinz Elfers vom Kirchenvorstand und die Kirchenbesucher mit stürmischem Beifall. Als letzte und langjährige Vorsitzende des Jubiläumschores erinnerte Anni Pelz - heute führt Heinz-Rudi Heinze die Chorgemeinschaft - an die Höhen, die der Chor erlebte - und an die Tiefen, die er meistern musste, um 120 Jahre Bestand zu haben.

Dazu bedauerte Anni Pelz, dass die christlichen Wertvorstellungen heute kaum noch Geltung haben und kaum jemand bereit sei, sich langfristig in kirchlichen Vereinen und Chören zu engagieren. Aus diesem Grund kämpfe heute mancher Chor ums Überleben. Umso erfreulicher sei es, dass der Bestand durch Fusion mit den Chören aus Tenholt (seit 1. Januar 2000) und Hetzerath (seit 1. Januar 2009) gesichert ist. Gegründet wurde der Kirchenchor 1889 als reiner Männerchor. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Sängerinnen hinzu. Seit 2002 leitet Jürgen Pelz die Chöre.

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