Heinsberg-Kempen - 100 Jahre alte Sebastianus-Figur in Sakristei entdeckt

100 Jahre alte Sebastianus-Figur in Sakristei entdeckt

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Mit der frisch restaurierten Figur des Heiligen Sebastianus: Präsident Konrad Ohlenforst, Präses Peter Derichs, Küster Willi Paulussen und Restaurator Martin Lambertz. Foto: Petra Wolters

Heinsberg-Kempen. Anlässlich des Festtages des Heiligen Sebastianus hat Diakon Peter Derichs, Präses der St.-Katharina/St.-Josef- Schützenbruderschaft Rurkempen, eine aus Holz geschnitzte Sebastianusfigur eingesegnet. Sie soll jetzt zu Festtagen der Bruderschaft in der Kirche aufgestellt werden.

Vor einigen Monaten war gar nicht bekannt, dass die Kirche in Kempen eine solche Figur besitzt. Entdeckt hat sie Küster Willi Paulussen, in einem hohen Wandschrank der alten Sakristei. Die etwa 60 Zentimeter hohe Figur war stark beschädigt. An den Löchern im Korpus war jedoch ersichtlich, dass es sich um eine Darstellung des Heiligen Sebastianus handeln musste. Deshalb bat er die Mitglieder der Bruderschaft um Unterstützung für die Restaurierung.

Dr. Rita Müllejans-Dickmann, Leiterin des Kreismuseums, die der Küster mit der Figur im Museum aufsuchte, schätzte ihr Alter auf etwa 100 Jahre. Über den Dremmener Heimatverein kam der Kontakt zu Martin Lambertz in Herb zustande. Er erklärte sich spontan bereit, die Figur ehrenamtlich zu restaurieren. Die Kosten wurden durch eine private Spende von zwei Mitgliedern der Schützenbruderschaft getragen. Lambertz restaurierte auch einen Sockel für die Figur, der früher Teil des Predigtstuhls in der Kirche gewesen sein soll.

Derichs erinnerte jetzt an das Leben des Heiligen, der auch als Patron der Schützenbruderschaften gilt. Der Legende nach stammte er aus Mailand und war römischer Soldat. Im Jahr 288 starb er als Märtyrer. Sein Leichnam sei geborgen und an der Via Appia in Rom bestattet worden. „Heute steht über seinem Grab eine der sieben frühchristlichen Pilgerkirchen Roms”, berichtete der Diakon. Die ältesten Sebastianusbruderschaften sind seinen Recherchen zufolge für das Jahr 1300 belegt. „Dazu gehört auch die in Randerath, hier in unserer Nachbarschaft”, betonte er.

Der Präses dankte allen Förderern und Akteuren der Restaurierungsaktion. „Ohne viel Reden, sondern durch konkrete Taten und Engagement steht den Schützen und der Pfarre nun dieses schöne Kunstwerk wieder in sehr würdiger Form zur Verfügung”, sagte er.
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