Zuhälterei-Prozess: Bewährungsstrafe für 34-Jährigen

Von: hp
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Düren/Merzenich. Drei ausführliche Plädoyers und das Urteil bestimmten den achten Verhandlungstag in dem seit Mitte Januar laufenden Prozess aus dem Rotlicht-Milieu. Das Dürener Schöffengericht verurteilte den 34 Jahre alten Angeklagten aus dem Raum Köln wegen Förderung von sexuellen Handlungen an Minderjährigen sowie Zuhälterei zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Dass die Vollstreckung der Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, begründete die Vorsitzende Richterin Christine Pinkpank mit einer augenscheinlich positiven Sozialprognose des Mannes. Er sei zwar – wegen Zuhälterei und Menschenhandel – einschlägig vorbestraft, dies jedoch bereits vor fast zehn Jahren. Zu den Bewährungsauflagen gehört unter anderem, dass der 34-Jährige innerhalb eines Jahres 600 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten hat.

In den Plädoyers hatten der Staatsanwalt sowie die Vertreterin der Nebenklage unterstrichen, dass sich im Laufe des Prozesses die Vorwürfe der Anklage weit gehend bestätigt hätten. Dies sah der Verteidiger erwartungsgemäß anders. Er machte keinen Hehl daraus, dass er die Glaubwürdigkeit des Opfers bezweifelt.

In der Urteilsbegründung unterstrich die Vorsitzende, dass das Gericht den Darstellungen der jungen Frau aus Düren eher glaubte als den Schilderungen des Angeklagten.

Danach ging das Mädchen, das im Herbst 2010 als 15-Jährige von Zuhause abgehauen war, in Köln mit dem Angeklagten eine Beziehung ein. Wenig später, so schilderte sie, sei sie von ihrem Freund zum Anschaffen zunächst in ein Frankfurter Bordell gebracht worden. Ein paar Wochen später wechselte die junge Frau dann in einen Rotlicht-Club nach Girbelsrath, um dort ebenfalls als Prostituierte zu arbeiten. Kurz vor Karneval gelang ihr die Flucht zu ihrer Familie. Das Etablissement in Girbelsrath hat dem Vernehmen nach inzwischen neue Betreiber, die sich von den Vorfällen distanzieren.

Die Richterin ging auch auf die Zeugen ein, die den Angeklagten eigentlich entlasten sollten. Bei deren Aussagen habe es eklatante Widersprüche sowohl zu den Vorwürfen als auch zum Randgeschehen gegeben. Ein „Entlastungszeuge“, der angeblich einige Beteiligte mit dem Auto von Köln nach Frankfurt gefahren haben sollte, bestritt dies und beteuerte, er kenne den Angeklagten und dessen Bruder nur flüchtig. Vielmehr habe er den Eindruck gehabt, der Bruder des Angeklagten hätte ihn vor der Zeugenaussage bei Gericht „vorbereiten“ wollen.

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