Zuckerfabrik Jülich sieht Anzeichen für neue Rekordernte

Von: ahw
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Noch nie sind so früh so süße Zuckerrüben gerodet worden: Heinz Leipertz schaut voller Wohlgefallen auf den Monitor mit Werten im Jülicher Rübenlabor.

Jülich. Die ersten Indizien, dass auf der deutlich vergrößerten Rübenanbaufläche eine gute Ernte heranwächst, haben sich weiter verdichtet. „So gut hatte ich sie mir nicht vorgestellt“, bewertet Heinz Leipertz, Leiter Landwirtschaft der drei rheinischen Zuckerfabriken von Pfeifer & Langen, die Ergebnisse der ersten Proberodungen, die unter der Woche im Rübenlabor der Jülicher Zuckerfabrik analysiert worden sind.

Trotz der Trockenheit, die namentlich dem flachwurzelnden Getreide zugesetzt hat, sind die „süßen Knollen“, die Anfang Juni bereits einen acht Tage Wachstumsvorsprung aufwiesen, weiter prächtig gediehen. Deren bis zu zwei Meter langen Pfahlwurzeln haben die Pflanzen mit Feuchtigkeit versorgt, was mit dem schirmartigen Blattwerk – das eigentliche Kraftwerk der Pflanze – die Ertragsaussichten der Rüben gesteigert hat.

In Zahlen ausgedrückt deutet sich aufgrund der Werte der ersten Proberodung ein um 20 Prozent höherer Ertrag gegenüber dem Mittelwert der vergangenen fünf Jahre an. Auch der durchschnittliche Zuckergehalt liegt um rund zehn Prozent höher.

Als „einzigartig ungewöhnlich“ bezeichnet Leipertz, die durchschnittlich 15 Prozent Zuckergehalt – bei einer Bandbreite zwischen 12 und 18 Prozent –, die zu so einem frühen Zeitpunkt noch nie ermittelt worden seien. Mit diesen Werten seien sogar die Erträge des Superjahres 2014 in Reichweite, rechnet der Rübenexperte hoch.

„Doch das ist nur eine Momentaufnahme“, warnt Leipertz vor verfrühter Euphorie, denn die Pflanzen hätten bislang der Trockenheit besser als erwartet standgehalten. Doch auch die jüngsten Niederschläge reichten nicht aus, das Wasserreservoir der Böden ausreichend aufzufüllen, aus dem sich die Rüben bedienen.

Deren schlanke Form in diesem Entwicklungsstadium deuteten darauf hin, dass sie dem Wasser nachgewachsen sei, mit dem sie gut gehaushaltet habe. Die Blätter zeigten erste Flecken, um die sich die Rübenbauern rasch kümmern müssten. „Das Kraftwerk muss laufen“, sagt der Anbauexperte, für dessen Kollegen die Blattgesundheit ein wichtiges Beratungsthema ist.

Durch die Vergrößerung des Einzugsgebiets der Jülicher Zuckerfabrik, wo künftig auch Rüben aus dem Gebiet bei Grevenbroich und Dormagen verarbeitet werden, ist in diesem Jahr die Zahl der Standorte von Proberodungen von 21 auf 24 vergrößert worden. Damit soll erreicht werden, dass die ermittelten Werte als repräsentativ für das gesamte Einzugsgebiet gelten dürfen.

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