Ziel des Blitzmarathons: Tödliche Unfälle verhindern

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Deutlich langsamer als sonst waren während des Blitzmarathons auch die Autos auf der Michaelstraße in Kelz.

Kreis Düren. „15 Stundenkilometer können über Leben und Tod entscheiden“, sagt Melanie Mallmann, Pressesprecherin der Polizei. „Wenn Fußgänger von einem 65 Stundenkilometer schnell fahrenden Auto angefahren werden, dann sterben die Fußgänger in acht von zehn Fällen. Fährt ein Pkw 50 km/h und es kommt zu einem Zusammenstoß, dann überleben acht von zehn Fußgängern.“

Im Kreis Düren hat es in diesem Jahr schon jetzt deutlich mehr tödliche Unfälle gegeben als im gesamten Vorjahr. Hätten diese tragischen Ausgänge mit geringerem Tempo verhindert werden können? „Nicht jeder Unfall ist geschwindigkeitsbedingt“, betont Melanie Mallmann. Aber das Tempo sei immer noch der Killer Nummer Eins. „Das heißt: Jedes Senken des Geschwindigkeitsniveaus kann Leben retten. Auch bei den Verkehrsunfällen im Kreis Düren.“

Deswegen ist es das erklärte Ziel der Polizei, das Geschwindigkeitsniveau auf den Straßen zu senken. Jede Woche gibt sie die Messstellen bekannt, am Donnerstag waren etliche Beamte beim Blitzmarathon im Einsatz. „Alles nur Abzocke“, finden Gegner der Aktion. „Das ist falsch“, sagt Volker Heinen vom Verkehrsdienst. „Wenn es darum ginge, Geld in die Kassen zu füllen, dann würden wir die Messstellen nicht bekanntgeben“, argumentiert er.

Mit dem Blitzmarathon gehe es darum, die Menschen zu erreichen. „Sie sollen sich der Geschwindigkeit bewusst werden, darüber nachdenken, was sie tun und was das für Folgen haben kann.“ Volker Heinen will die „Abzocke-Theorie“ auch mit Zahlen widerlegen: „Am Tag des Blitzmarathons werden weniger Menschen geblitzt als an normalen Tagen“, erklärt er.

Bei gewöhnlichen Messungen seien zehn Prozent der Autofahrer zu schnell. Unter den ersten 450 Autos, die am Donnerstag während der Marathons durch die 30er Zone an der Kelzer Grundschule vorbeifuhren, waren nur sechs Temposünder. „Das ist erfreulich wenig“, kommentierte der Polizeihauptkommissar. Die Michaelstraße war eine von fünf Messstellen, die in einer Online-Abstimmung ausgewählt worden waren.

„In solchen Zonen halten sich auswärtige Autofahrer meist an die Tempolimits“, weiß Volker Heinen aus Erfahrung. Einheimische seien mit ihren Gedanken jedoch oftmals woanders und dann zu schnell unterwegs.

Halten die in Deutschland im Vergleich zum benachbarten Ausland recht günstigen Knöllchen die Fahrer denn vom Drücken aufs Gaspedal ab? „Richtig schwer, trifft viele Fahrer nur ein Fahrverbot“, weiß Volker Heinen aus vielen Gesprächen auch mit Motorradfahrern. Gerade deswegen sei es wichtig, die Fahrer für die Folgen zu schnellen Fahrens zu sensibilisieren. Bis zum Nachmittag wurde das Tempo von 3000 Fahrzeugen gemessen, weniger als 100 waren zu schnell. Angemerkt

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