WVER: Beiträge bleiben bis 2013 stabil

Von: Jörg Abels
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Kreis Düren. Abwasserreinigung, Hochwasserschutz, Trinkwassergewinnung, Gewässer- und Talsperrenunterhaltung - die Aufgaben des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER) sind vielfältig, aufwändig und nicht zuletzt kostenintensiv.

Um so erfreulicher ist die Nachricht des Vorstandes am Rande der Vorstellung des Jahresberichts 2009, die mit dem Verbandsrat bis 2010 ausgehandelte Beitragsdeckelung auf 132 Millionen Euro bis 2013 beibehalten zu können. Für die 86 Mitglieder, darunter 43 Kommunen und fünf Kreise, in Zeiten knapper Kassen ein gutes Signal, dass laut WVER-Vorstand Prof. Dr. Wolfgang Firk nicht zuletzt auf Effizienzsteigerungen in der Verwaltung zurückzuführen ist.

Die bisherigen neun Unternehmensbereiche der Abwasserreinigung wurden in vier zusammengefasst. Und die auch durch einen zentralen Einkauf erzielten Synergieeffekte verhindern einen Anstieg der Verwaltungskosten, auch wenn die nur fünf Prozent des Gesamtbudgets ausmachen, während die reinen Abwasserkosten nach dem Verursacherprinzip mit jedem Mitglied einzeln abgerechnet werden.

Deutlich steigende Gebühren aber sind auch hier nicht zu erwarten. Firk unterstrich, dass die Klärtechnik in allen Anlagen den gesetzlichen Anforderungen entspreche und verschärfte Reinigungsvorschriften in puncto Mikroverunreinigungen bislang nur diskutiert werden. Gleichwohl kündigte Firk einen Pilotversuch zur Aktivkohlebehandlung des Abwassers an der Kläranlage Düren an, um Arzneimittel wie Antibiotika, Hormone, Industriechemikalien aber auch Pflanzenschutzmittel in Zukunft noch besser aus dem Abwasser herausfiltern zu können.

Jeder einzelne Stoff, der nur in verschwindend geringen Mengen später auch im Trinkwasser auftaucht, sei für den Menschen absolut ungefährlich. „Wie es allerdings mit dem Chemiecocktail aussieht, ist schwer zu beantworten”, erklärt Firk. Und er macht deutlich, dass eine noch striktere Abwasserreinigung, die den Kubikmeter von bislang 72 Cent um fünf bis 50 Cent verteuern würde, nur ein denkbares Szenario ist.

Alternativen wären eine verbesserte Trinkwasseraufbereitung oder striktere Vorschriften bei der Anwendung der einzelnen Stoffe. Firk: „Mit dem Aktivkohleversuch an der Kläranlage Düren wollen wir auf jeden Fall für die Zukunft gewappnet sein.”

Und in der warten noch große Aufgaben in der Gewässerrenaturierung auf den Verband. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie schreibt vor, dass bis zum Jahr 2027 alle Gewässer in „einen guten Zustand” überführt werden müssen. Firk rechnet mit Kosten von rund 250 Millionen Euro für das Verbandsgebiet, von denen 80 Prozent jedoch vom Land bezuschusst werden. Als Verbandsratsvorsitzender verwies Dürens Bürgermeister Paul Larue auf ein örtliches Projekt, die Renaturierung des in ein Betonkorsett gezwängten Gürzenicher Baches.

45 Kläranlagen, 1900 Kilometer Flüsse

Das WVER-Verbandsgebiet umfasst das deutsche Einzugsgebiet der Rur; eine Fläche von 2087 Quadratkilometern, auf der 1,1 Millionen Menschen leben.

Der Verband betreibt 45 Kläranlagen, die jährlich rund 128 Millionen Kubikmeter Wasser reinigen.

Unterhalten werden Gewässer mit einer Länge von rund 1900 Kilometern und 50 Hochwasserrückhaltebecken.

Aus den sechs Talsperren entnimmt der WVER jährlich 20 Millionen Kubikmeter Rohwasser zur Trinkwasseraufbereitung, dazu kommen 4,5 Mio. Kubikmeter aus der fließenden Welle am Staubecken Obermaubach.

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