Wohnungseinbrüche: Häufig sind organisierte Banden am Werk

Von: Stephan Johnen
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Kreis Düren. Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreisgebiet ist um fast 20 Prozent zurückgegangen. Nicht zuletzt viele Hinweise aus der Bevölkerung hätten zu diesem Erfolg beigetragen, bedankte sich die Kriminalpolizei für „wachsame Augen“. Die Aufklärungsquote allerdings blieb mit 7,89 Prozent beinahe unverändert.

Eine Frage bleibt nach der Vorstellung der Kriminalstatistik im Raum stehen: Warum ist es so schwierig, Einbrechern das Handwerk zu legen? „Wir haben es mit organisierten Banden zu tun, die meist aus dem südosteuropäischen Raum heraus arbeiten“, erklärt Kriminaloberrat Wilhelm Sauer. Die Täter seien meist zwei Wochen vor Ort, begingen eine Tatserie und machten sich anschließend davon. „Es ist nicht einfach, gerichtsverwertbare Beweise aufzuweisen. Wir müssen jedem Täter jede Tat einzeln nachweisen“, erläutert Sauer. Es reiche beispielsweise nicht aus, anhand der Auswertung von Funksignalen die Standorte eines von den Tatverdächtigen benutzten Autos mit einer Karte von Tatorten übereinander zu legen. „Wenn ein Einbrecher verurteilt wird, dann ganz oft nur wegen einer Tat – wenn wir ihn beim Einbruch erwischt haben“, sagt Sauer. Selbst der beste Verhörexperte gewinne keine Erkenntnisse: „Die Täter sagen nichts.“

„Wir suchen an jedem Tatort intensiv nach verwertbaren Spuren wie Fingerabdrücken und DNA“, betonte Wilhelm Sauer. „Das ist Puzzlearbeit.“ Die Auswertung dauere oft Wochen. Die Täter seien schneller wieder abgereist, bis die Beweise – sofern überhaupt am Tatort vorhanden – verwertet werden können.

Entsprechend wichtig sei es, dass die Bevölkerung auch weiterhin wachsam bleibe. „Wer in einer reinen Wohngegend nach 19 Uhr einen Mietwagen mit auswärtigem Nummernschild sieht, in dem vier Herren im besten Alter sitzen, sollte diese Beobachtung der Polizei mitteilen“, nennt Sauer ein Beispiel. Er betonte erneut auch die Wichtigkeit von vorbeugenden Maßnahmen wie abschließbaren Rollos. Gerade Keller- und Verandatüren sollten gesichert werden. Ein Teil des Puzzles im Kampf gegen Einbrecher sei es schließlich auch, die Stadt „für Einbrecher so unattraktiv wie möglich zu machen“.

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