Wohnanlage Sophienhof: Weichen auf Kontinuität gestellt

Von: Jörg Abels
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Ab dem 1. Januar übernimmt die Kölner Stiftung der Cellitinnen zur heiligen Maria das Pflegeheim und den Betrieb der Wohnanlage Sophienhof von der Sophien-Stiftung, die der Einrichtung jedoch auch weiterhin im Sinne des Stifters Viktor Schroeder verbunden bleiben wird. Foto: Jörg Abels
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Die Gemeinde überlegt, das Kasino anzumieten, um im Notfall in dem früheren Restaurant- und Tagungsgebäude Flüchtlinge unterzubringen. Foto: Jörg Abels

Niederzier. Die Sophien-Stiftung zieht sich aus dem laufenden Betrieb der 1997 errichteten und 2006 erweiterten Seniorenwohnanlage Sophienhof zurück.

Wie Stiftungsgeschäftsführer Hans Schroeder-Rozelle auf Anfrage bestätigte, habe sich die Stiftung nach „reiflicher Überlegung“ entschieden, das operative Geschäft des Sophienhofes zum 1. Januar 2016 in die Hände der in Köln ansässigen Stiftung der Cellitinnen zur heiligen Maria zu übertragen. Schroeder-Rozelle betont jedoch, dass sich die Sophien-Stiftung keineswegs aus Niederzier zurückziehe, sondern der Einrichtung ganz im Sinne des vor vier Jahren verstorbenen Stiftungsgründers Viktor Schroeder verbunden bleibe.

Die Sophien-Stiftung überträgt 80 Prozent der Anteile an der Wohnanlage Sophienhof gGmbH an die Seniorenhaus GmbH der Cellitinnen und bleibt mit einem 20-prozentigen Anteil Minderheitsgesellschafter. Auch das Pflegeheim mit aktuell 84 Bewohnern wird übertragen. Alle sonstigen Grundstücke und Gebäude in Niederzier mit 114 betreuten Seniorenwohnungen und sämtliche Gebäude in Birkesdorf (36 betreute Wohnungen und zwölf Einfamilienhäuser) bleiben im Eigentum der Sophien-Stiftung und werden wie bisher von der Wohnanlage Sophienhof gGmbH betrieben.

„Für unsere 145 Mitarbeiter und für die Bewohner wird sich nichts ändern“, kündigt Schroeder-Rozelle an. „Wir sind froh, dass wir mit der Stiftung der Cellitinnen zur heiligen Maria einen Partner gefunden haben, der sicherstellt, dass der Sophienhof wie bisher und im Sinne des Stifters fortgeführt wird.“

Der Stiftungsvorstand begründet seine Entscheidung mit dem anstehenden Ausscheiden der langjährigen Geschäftsführerin Gerda Graf, die Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Die Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes hat den Sophienhof maßgeblich geprägt und mit ihren Betreuungskonzepten dafür gesorgt, dass die Anlage hohes Ansehen genießt.

Expansion ist nicht vom Tisch

Aus der Entfernung – die im Vorstand der Sophien-Stiftung tätigen Kinder des Stifters wohnen alle im süddeutschen Raum – sei es nahezu unmöglich, für Kontinuität zu sorgen, betont Schroeder-Rozelle. Eine Einrichtung wie der Sophienhof brauche eine Betreuung vor Ort. Zudem betont der Geschäftsführer, werde es zunehmend schwieriger, eine Einrichtung ohne eine große Gruppe im Hintergrund wirtschaftlich und konzeptionell zu betreiben. Daher habe man sich auf die Suche nach einem Partner gemacht.

„Der Sophienhof hat jetzt zwei starke Stiftungen im Hintergrund“, erklärt Hans Mauel, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Cellitinnen. Er hat großen Respekt vor dem Engagement des Stiftungsgründers Viktor Schroeder und versichert: „Mit unserem Engagement sind die Weichen auf Kontinuität gesetzt.“

Eine etwaige Expansion des Sophienhofes auf dem angrenzenden Gelände des im Frühjahr von der Sophien-Stiftung erworbenen Kasinos ist mit der jetzt bekanntgewordenen Entscheidung nicht vom Tisch, betont Hans Schroeder-Rozelle. Geplant war, das ehemalige Restaurant- und Tagungsgebäude in eine Tagespflegeeinrichtung umzubauen. Auch der Bau von weiteren betreuten Wohnungen auf dem Areal war im Gespräch.

Bis dazu Entscheidungen fallen, ist erst einmal eine Vermietung des Kasinos an die Gemeinde Niederzier im Gespräch. Bürgermeister-Vertreter Dirk Lauterbach bestätigte, dass die Gemeinde überlegt, im Kasino Flüchtlinge unterzubringen, sollten die vorhandenen Kapazitäten erschöpft sein. Das will sie aber nicht dauerhaft, sondern nur, bis die Gemeinde neue Übergangsheime gebaut habe, betont Lauterbach.

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