„Wir haben Sparschwein-Burnout!“: Zweite Streikwoche startet mit Parolen

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
10086131.jpg
Mit plakativen Botschaften demonstrierten rund 800 Erzieher und Sozialpädagogen am Montagvormittag in Düren für eine finanzielle aufwertungihrer Berufe, laustark unterstützt von einem Trillerpfeifen- und Trommelkonzert. Foto: Abels
10085332.jpg
Mit plakativen Botschaften demonstrierten rund 800 Erzieher und Sozialpädagogen am Montagvormittag in Düren für eine finanzielle aufwertungihrer Berufe, laustark unterstützt von einem Trillerpfeifen- und Trommelkonzert. Foto: Abels
10086134.jpg
Mit plakativen Botschaften demonstrierten rund 800 Erzieher und Sozialpädagogen am Montagvormittag in Düren für eine finanzielle aufwertungihrer Berufe, laustark unterstützt von einem Trillerpfeifen- und Trommelkonzert. Foto: Abels

Kreis Düren. „Arm in die Rente – ohne uns!“, „Wir haben Sparschwein-Burnout!“, „Bankenrettung zahlt der Staat, doch beim Menschen wird gespart!“: Zum Auftakt der zweiten Streikwoche in Kindertagesstätten und anderen sozialen Einrichtungen demonstrierten am Montag rund 800 Erzieherinnen und Sozialpädagogen aus der Region mit diesen und anderen Parolen in der Dürener Innenstadt lautstark für eine Aufwertung ihrer Berufe und Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent.

„Wir sind abgewrackt, wo bleibt die Prämie“, war auf einem Plakat von Mitarbeitern des städtischen Jugendamtes zu lesen, „Ohne Geld keine Werkstatt-Helden“, forderten Mitarbeiter der Rurtalwerkstätten der Lebenshilfe, die ebenfalls dem Streikaufruf gefolgt waren.

Engagiert und mit Herzblut

Helga Schabran, Vertrauensfrau der Gewerkschaft Verdi in Düren, berichtete von positiven Reaktionen aus der Bevölkerung auf den Streik, obwohl viele Eltern die Hauptleidtragenden des Arbeitskampfes sind. „Die Bürger wissen, dass wir unsere Arbeit engagiert und mit viel Herzblut erledigen.“ Es gehe in der Tarifauseinandersetzung nicht allein um eine finanzielle Frage, sondern auch um eine gesellschaftliche: „Welchen Stellenwert hat die Arbeit mit und für Menschen?“ Und sie ließ keinen Zweifel daran, dass es diese Arbeit angesichts der seit Jahren gestiegenen Anforderungen nicht zum Nulltarif geben wird.

Harsche Kritik richtete Achim Meerkamp vom Verdi-Bundesvorstand an die Adresse des Aachener Oberbürgermeisters Marcel Philipp, der im Bereich der Kitas eine Erhöhung der Elternbeiträge angekündigt hatte, sollten sich die Gewerkschaften mit ihrer Forderung, die bundesweit rund 1,2 Milliarden Euro kosten würde, durchsetzen. Meerkamp sprach von einem gescheiterten Versuch, einen Keil zwischen Eltern und Erziehern zu treiben.

Er forderte Bund, Länder und vor allem die kommunalen Arbeitgeber auf, die Arbeit in den Sozial- und Erziehungsberufen endlich angemessen zu entlohnen. Anders als zu Beginn der Tarifauseinandersetzung vor fünf Jahren, die 2009 in die beginnende Finanzkrise fiel, würden jetzt die Steuereinnahmen wieder sprudeln. „Der Zeitpunkt, die Berufe jetzt aufzuwerten, ist genau richtig.“ Dabei ließ Meerkamp keinen Zweifel daran, dass die Gewerkschaften einen langen Atem haben und der Streik noch Wochen andauern könnte.

Solidarisch zeigte sich Dürens Jugendamtsleiter Ansgar Kieven mit den Streikenden. „Es ist an der Zeit zu zeigen, was wir leisten.“ Die verbale Wertschätzung der Arbeit der Erzieher und Sozialpädagogen müsse sich endlich auch im Portemonnaie niederschlagen, forderte Kieven unter lautem Beifall

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert