Winter 2014: Viel zu warm, viel zu sonnig

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Bis Weiberfastnacht ist keine Änderung in Sicht: In den vergangenen 75 Jahren gab es rund um Düren keinen vergleichbar sonnigen Winter. Foto: dpa

Kreis Düren. In den vergangenen 75 Jahren gab es rund um Düren keinen vergleichbar sonnigen Winter..Nach dem milden Dezember hat sich das schneelose Wetter in den Niederungen auch im Januar fortgesetzt.

Erst im letzten Monatsdrittel gab es oberhalb von 500 Metern die ersten dünnen Schneedecken.

Auch bis Weiberfastnacht ist in den Niederungen nicht mit Schnee zu rechnen, die Wintersportler müssen weiter joggen. Beim Blick auf die Januarwetterdaten im Kreis Düren fallen zuerst die viel zu hohen Temperaturen auf. Mit einer Mitteltemperatur von 5,6 Grad zwischen Vettweiß und Düren wurde der Langzeitwert um ganze drei Grad übertroffen. In den Höhengebieten der Rureifel lagen die Durchschnittswertewerte bei 4,6 Grad in Schmidt und 3,7 Grad in Vossenack.

16,2 Grad am 6. Januar

In den ersten drei Januarwochen wurden fast überall Plusgrade gemessen, erst danach wurde es von Osten etwas kühler. Den Höchstwert von 16,2 Grad (am 6. Januar) konnte die Station am Stadtrand von Düren messen (Niederzier-Hambach bis 15,6 Grad). Während die Ostdeutschen und die Westfalen bei minus 20 Grad Ende Januar froren, war im Rheinland oft sonniges Frühlingswetter mit ersten Frühblühern zu beobachten. An den Wetterstationen Nörvenich und Jülich wurden schlappe Minima von minus 2,4 beziehungsweise minus 2,2 Grad gemessen. So schwachen Januarfrost gab es seit 1937 im Raum Düren nur dreimal: in Düren 1948 mit minus 1,6 Grad, Nörvenich 1975 mit minus 1,8 Grad und Jülich 1988 mit minus 1,7 Grad. Kältester Ort des Kreises war Hergarten-Vlatten mit minus 3,9 Grad (am Erdboden minus 6,5 Grad im Dürener Rurtal).

Auch die Niederschlagswerte fielen im milden und sehr sonnigen Januar aus dem üblichen Rahmen. Gerade mal 50 Prozent der Langzeitwerte fielen in den verschiedenen Höhenlagen. Die trockensten Orte des Kreises waren Düren und Vettweiß (23 l/qm), Hoven (22 l), sowie Jülich und Hambach mit 25 l/qm. Die feuchtesten Standorte waren in der Rureifel zwischen Heimbach (44 l), Schmidt (50 l) und Vossenack 61 l/qm. Erst am 31. Januar konnte am Weißen Stein in Udenbreth der Lift in Betrieb gehen – allerdings nur für drei Tage.

30 Prozent mehr Sonne

Wie schon im Dezember, so war auch im Januar die Sonnenscheindauer deutlich überdurchschnittlich. Bei einem Plus von 20 bis 30 Prozent konnten sich alle Solarzellenbesitzer die Hände reiben. Hier einige Werte zum Vergleich: Tallage Heimbach 44 Stunden, Vossenack 45, Schmidt-Harscheid, Nörvenich 80, Jülich 84, Düren 90, Zülpich 92 Stunden und in Drove 118 Stunden. In den vergangenen 75 Jahren gab es rund um Düren keinen vergleichbar sonnigen Winter wie bisher in den Monaten Dezember und Januar zusammen.

Zu diesen „spätherbstlichen“ Kapriolen passen auch die vielen Sturmtiefs mit Böen von 65 bis 80 km/h. Am Rande des Tagebaus Hambach wurden am 3. Januar sogar Böen bis 105 km/h gemessen. Auf der Rückseite der Eifel lösten diese meist südwestlichen Winde die Wolken auf und ermöglichten somit soviel Sonnenschein am Eifelosthang. Die ersten Kraniche werden seit Ende Januar auch schon beobachtet, der Frühling scheint in diesem Jahr recht früh zu kommen. Die Natur hat ein Vorsprung von gut vier Wochen. Im Raum Zülpich wurden am 4. Februar bereits die ersten Frühkartoffeln in den Boden gebracht. Bleibt zu hoffen, dass späte Fröste die Blüten nicht noch zerstören.

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