Kreis Düren - Wildschweine bereiten den Jägern Sorge

Wildschweine bereiten den Jägern Sorge

Von: Fred Schröder
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Die zunehmende Population der Wildschweine bereitet den Jägern und den Landwirten in der Region immer größere Probleme. Foto: Gabbert
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Umgepflügt: Wo sich Wildschweine getummelt haben, ist nicht zu übersehen. Foto: Stollenwerk

Kreis Düren. „Schnee, eine ordentliche Portion Schnee. Und die schon früh“. Dieser Wunsch von Heinz Stüttgen hat nicht unbedingt etwas mit einer Vorliebe für Wintersport zu tun. Heinz Stüttgen ist Jäger und macht aus seinem Ruf nach Schnee keinen Hehl. „Wenn wir keinen strengen Winter haben, werden uns die Wildschweine noch den Schlaf rauben.“

Die Population der Schwarzkittel ist enorm. Die Zahl der Wildschweine wächst und wächst und wächst. Sehr zum Leidwesen auch der Landwirte, „denn die drehen uns die Äcker und Wiesen um“, wie es einer der Landwirte formulierte.

Von ganz erheblicher Bedeutung für den enormen Anstieg der Schwarzkittel-Population ist das reichliche Angebot der Natur an Eicheln. Die sind ein Festessen für die Wildschweine. Und nicht nur das. Sie fördern den Fortpflanzungstrieb enorm. Die Eicheln enthalten pflanzliches Eiweiß. Um das verwerten zu können, benötigen die Wildschweine aber auch tierisches Eiweiß.

Und das finden sie auf den Feldern und in den Wiesen. In Form von Käfern und Würmern, von Mäusen und anderem Getier. Und letztlich auch in Wohngebieten, denen sich die Wildschweine immer mehr nähern.

Es ist nicht zuletzt das „gebärfreudige Klima“, was den Jägern und Landwirten in Sachen Schwarzkittel zu schaffen macht. Zu normalen Zeiten bekommen Wildschweine im März ihre Jungen. Ist der Winter aber mild und das Nahrungsangebot so groß, kommt der Nachwuchs viel früher.

So sei es nicht selten, dass die Säue in diesem Jahr bereits zweimal geworfen haben. „Einen harten und schneereichen Winter werden viele der Frischlinge nicht überleben“, begründet Heinz Stüttgen seine Hoffnung, dass die Natur zur Reduzierung der angewachsenen Population beiträge.

Die Jäger sitzen in einem Boot mit den Landwirten. Das weiß auch Erich Gussen. Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft bestätigt, dass die Jäger mehr Wildschweine als sonst geschossen haben. Ein Problem für die Landwirtschaft sind die Schwarzkittel allemal.

Im Nordkreis, so weiß Erich Gussen, kommen viele der Wildschweine von der Sophienhöhe. Und sie tun sich nicht nur an Wiesen gütlich. „Wenn die mal in einem Kartoffelacker waren, braucht man keinen Roder mehr.“

Auch Rüben- und Weizenfelder stehen auf dem Wildschwein-Speisezettel. Besonders beliebt sind Maisfelder. „Da sieht man die Tiere kaum; man kann sie hören, weiß aber nie, wo sie stehen“, sieht Erich Gussen die Problematik für die Jäger. Nicht aus den Augen gelassen werden sollten auch die Gefahren der Seuchenübertragung durch Wildschweine.

Und wer nachts oder in der Dämmerung als Autofahrer mit den Schwarzkitteln in Kontakt gerät, hat auch schlechte Karten.

Erich Gussen, der Vorsitzende der Kreisbauernschaft, richtet den Blick nach vorne. Ihn beunruhigt die Absicht, zunehmend Flächen unter Naturschutz zu stellen. „Da bleibt kaum eine Möglichkeit, eine verwüstete Fläche wieder herzurichten“. Dann, so fürchtet der Kreislandwirt, müsse die Fläche von Grund auf erneuert werden. Ein aufwendiges Unterfangen also. Und das alles wegen der Wildschweine.

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