Wie kommt der Bus bei den Bürgern an?

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Welche Busverbindungen werden genutzt, wo gibt es noch Bedarf? Die Haushaltsbefragung des Kreises startet Anfang September. Foto: Johnen

Kreis Düren. Wer von A nach B fahren möchte, kann dazu auch den Bus nehmen. Doch wie dicht ist das Verkehrsnetz eigentlich geknüpft? Wo gibt es Lücken? Welche Angebote fehlen den Bürgern entlang der Rur? Bevor der Kreis Düren im Jahr 2015 einen neuen Plan für das künftige Busliniennetz entwirft, möchte die Verwaltung Grundlagenarbeit leisten.

Im Rahmen einer Haushaltsbefragung erhebt der Kreis ab Anfang September Daten zum konkreten Verkehrsverhalten der Menschen an einem ganz normalen Werktag. Die aus der Umfrage gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend dazu beitragen, einen möglichst bedarfsgerechten Nahverkehrsplan für den Kreis Düren aufzustellen.

„Klares Bild verschaffen“

„In der Vergangenheit wurden vor allem Fahrgäste befragt. Der Nahverkehrsplan wurde turnusmäßig fortgeschrieben“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn auf Nachfrage unserer Zeitung. Um ein breiteres Meinungsbild zu erhalten und auch die Menschen zu erreichen, die nicht unbedingt regelmäßig den ÖPNV nutzen, würden nun Haushalte angeschrieben. Insgesamt 22.500 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Haushalte wird der Kreis Düren ab Anfang September in Zusammenarbeit mit seinen Städten und Gemeinden anschreiben.

Erbeten werden Auskünfte über alle Strecken, die jedes einzelne Haushaltsmitglied an einem bestimmten Werktag außer Haus zurückgelegt hat. Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig, Anonymität ist garantiert. Zudem würden die Angaben so verschlüsselt, dass die Angaben keinem konkreten Haushalt zugeordnet werden können.

An der repräsentativen Umfrage können sich ausschließlich Menschen beteiligen, die in einem der 22 500 angeschriebenen Haushalte leben. „Je mehr das tun, umso klarer wird das Bild des Verkehrsverhaltens“, hofft Wolfgang Spelthahn auf eine rege Beteiligung. Das Anschreiben an die Haushalte enthält neben dem Fragebogen einen portofreien Rückumschlag. Wer möchte, kann den Fragebogen auch online ausfüllen. Der dritte Weg: Man kann sich in einem vereinbarten Zeitraum von einem Interviewer anrufen lassen und die erbetenen Angaben mündlich übermitteln.

Wie sieht die Umfrage aus? Abgefragt werden zunächst allgemeine Angaben, etwa zur Anzahl der Haushaltsmitglieder, zu deren Geschlecht und Zugehörigkeit zu einer Altersgruppe. Jede im Haushalt lebende Person wird dann gebeten, ein Wegeprotokoll für einen bestimmten Werktag anzufertigen. Hierbei macht der Befragte Angaben zu allen Wegen und Fahrten, die er an diesem Tag absolviert hat. Gefragt wird, zu welchem Zweck (Schule, Arbeit, Freizeit) man wohin unterwegs war (zur Firma, zur Behörde, zum Dorfladen, zum Einkaufszentrum, zum Schwimmbad) und welche Verkehrsmittel man dabei benutzt hat.

Alle Angaben werden ausschließlich zur Ermittlung des Verkehrsverhaltens erfasst, die Fragebögen nach der Auswertung vernichtet. Die erhobenen Daten werden anonym und nach Gruppen zusammengefasst dargestellt. Eine Zurückverfolgung von Daten und die Identifikation einzelner Personen oder Haushalte sei nicht möglich, unterstreicht die Kreisverwaltung.

Die Fragebögen werden binnen drei Wochen in drei Wellen verschickt. Am Dienstag, 2. September, sollen die ersten Briefe zugestellt werden. Die zweite und dritte Welle trifft am 13. und 27. September in den Briefkästen ein. Ende Oktober endet die Rücksendefrist. Anschließend wertet das vom Kreis beauftragte Ingenieurbüro die Antworten aus.

Wolfgang Spelthahn bittet alle Bürger, die in einem der angeschriebenen Haushalte leben, sich an der Umfrage zu beteiligen. „Das ist gut investierte Zeit. Denn jeder Einzelne trägt mit seinen Antworten dazu bei, dass der öffentliche Personennahverkehr in unserem ländlich geprägten Kreis verbessert werden kann. Bei der Nahverkehrsplanung geht es darum, den Busverkehr dem Bedarf anzupassen. Davon profitieren Mensch und Umwelt.“

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