Wetter: Kreis Düren knackt den 500-Jahres-Rekord

Von: kjl
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Wetter Wärmerekord
Knapp am Wärmerekord vorbei: In Düren war es am 17. Dezember mit 17 Grad in Nordrhein-Westfalen am wärmsten. Foto: Michael Jaspers

Kreis Düren. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Westeuropa ist es noch nie so mild gewesen wie im Dezember 2015. An Weihnachten bei 16 Grad mit dem T-Shirt aus dem Haus gehen zu können, während die ersten Haselnusspollen fliegen – das ist schon bemerkenswert.

Die Statistik untermauert dies eindrucksvoll. Die bisherigen Rekordhalter 1974 und 1934 wurden quasi pulverisiert. Das zeigen die Vergleiche der Dezembermitteltemperaturen mit 2015 in unserer Region: Euskirchen 9,1 Grad (Messung ab 1937; bisheriger Rekord 7,6 Grad im Jahr 1974); Düren 9,4 Grad (Messung ab 1941; bisheriger Rekord 7,2 Grad im Jahr 1974); Aachen 9,4 Grad (Messung seit 1891; bisheriger Rekord 7,6 Grad im Jahr 1934).

Die Meteorologen sprechen gar von einem 500-Jahres-Ereignis, das wir gerade erlebt haben. Erst in einer mittelalterlichen Warmzeit zwischen 1000 und 1300 finden sich ähnliche Temperaturen in der Region. In der Bad Münstereifeler Chronik und im Schleidener Unterhaltungsblatt finden sich Hinweise darauf, dass im Winter 1289/90 Bäume blühten, Mädchen mit frischen Blumen geschmückt zum Christfest gingen und Anfang Januar sogar Vögel brüteten.

Ganz ohne einen Luftfrost (wie 1974 auch) verlief dieser erste Wintermonat. Sogar Schmidt und Vossenack konnten keinen Wert unter 0 Grad in zwei Metern Höhe messen. Der niedrigste Wert des Kreisgebietes wurde in Heimbach am 10. Dezember registriert (-1,0 Grad). Mehr als zwei Frosttage gab es aber auch im Nationalpark oberhalb von 600 Metern Seehöhe nicht.

Monatsrekord mit 17,4 Grad

Der wärmste Tage im Dezember ist ebenfalls ein neuer Monatsrekord für die Stadt Düren: 17,4 Grad am 7. Dezember mit Unterstützung des Eifelföhns (Vlatten 17,3 Grad und 17 Grad in Nörvenich).

Auch bei den Niederschlägen wirkte das ständige Hochdruckwetter positiv. Mit 30 bis 40 Litern pro Quadratmeter wurden im Südkreis nur 65 Prozent des Langzeitwertes erzielt. Von Düren bis Linnich waren es 40 bis 60 Liter. Durch den Südweststau der Wolken vor der Eifel lagen die Summen in der Rureifel am höchsten: 55 Liter pro Quadratmeter im Kermeter „Wilden Weg“, 62 Liter in Brandenberg und 77 Liter in Vossenack.

Auch die Sonne machte reichlich Überstunden, vor allem im Nordkreis: Vettweiß lag mit 105 Stunden vorne, dicht gefolgt von Aldenhoven (99 Stunden) und Düren (95 Stunden). In der Jülich-Zülpicher Bördenlandschaft wurden damit die höchsten Sonnenstundenzahlen für Dezember seit mindestens 1945 beobachtet.

Ab Mitte kommender Woche kommt der Winter dann auch bis in die Eifel und sogar in die Niederungen des Bördenraums.

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