Weniger Betten und neue Schwerpunkte in Kreiskrankenhäusern

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
Krankenhaus Betten
Die Änderungen der Bettenzahlen in den Krankenhäusern des Kreises Düren führen unter anderem dazu, dass die Schlaganfallstation in Lendersdorf und die geriatrische Abteilung in Birkesdorf erweitert werden können und in Jülich eine Geriatrie dazu kommt. Foto: dpa

Kreis Düren. Vier Jahre hat es gedauert, bis die Empfehlungen des 2013 vorgestellten Krankenhausbedarfsplanes für 2015 bei den Planbetten in den sechs Krankenhäusern im Kreis Düren umgesetzt wurden. Die Anpassung an den aktuellen Bedarf erfolgt ohne schmerzhafte Einschnitte.

„Insgesamt wurden die Planbetten bei uns von 463 auf 449 verringert. Der Abbau bezieht sich vorwiegend auf Abteilungen, in denen die Verweildauern über die Jahre überproportional verkürzt wurden“, betont Christoph Lammertz vom Krankenhaus Düren.

So verliert beispielsweise die Urologie sieben Betten, die Gynäkologie und Geburtshilfe acht Betten. Lag die Verweildauer eines Patienten bei einem Eingriff 1977 in der Urologie noch bei 12,9 Tagen, sind es heute im Schnitt nur noch 5,4 Tage. Noch deutlicher wird diese Entwicklungen in Bereichen wie der Augenklinik. Christoph Lammertz: „Seit Jahren werden Operationen hier nur noch ambulant durchgeführt und die Betten faktisch nicht mehr benötigt.“

Entsprechend wurden die vier Betten hier gestrichen und im HNO-Bereich von sechs auf vier reduziert. Zusätzliche Betten gibt es am Krankenhaus Düren nun im Bereich der Chirurgie (plus vier) und der Strahlentherapie (drei). Unverändert bleibt der Bereich der Inneren Medizin. Hier wird es künftig aber drei Palliativbetten mehr geben, was für das Krankenhaus Düren die Möglichkeit eröffnet, eine neue Station aufzubauen. Wirtschaftliche Auswirkungen hat die Anpassung eher nicht, betont Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Gereon Blum. „Die Bettenzahlen sagen nichts über die Leistungsfähigkeit eines Krankenhauses aus, zumal wir nach Fällen und nicht nach Betten bezahlt werden“, betont Blum.

„Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Krankenhäusern in NRW, die einschneidende Bettenreduktionen hinnehmen mussten, haben die ctw-Krankenhäuser die Versorgungsstruktur, gemessen an der Bettenzahl, die sich um sieben Betten von 964 auf 957 Betten nur marginal reduziert hat, auf gleichem Niveau gehalten. Das ist gut für den Kreis Düren und die Versorgung der Patienten, zumal wir ein sehr breites medizinisches Spektrum abdecken und gleichzeitig Schwerpunkte für die Behandlung aller Altergruppen anbieten können“, erklärt Kaya Erdem von der Caritas Trägergesellschaft West (ctw).

Ein Beispiel, wie man sich dabei am Versorgungsbedarf der Patienten orientiert, ist das Krankenhaus Jülich. Dort bleibt die Bettenzahl unverändert bei 156. Trotzdem kann eine geriatrische Fachabteilung mit 20 Betten neu aufgebaut werden, weil in der Chirurgie 15 und in der Inneren Medizin fünf Betten abgebaut wurden. Was in puncto Verweildauer für das Krankenhaus Düren gilt, gilt ebenfalls für die ctw-Krankenhäuser.

Das spiegelt sich am Marien-Hospital in Birkesdorf wider: In der Gynäkologie und Geburtshilfe werden sechs Betten abgebaut (jetzt 45), in der Inneren Medizin vier Betten (jetzt 95) und in der Abteilung Kinderheilkunde wurde die Zahl der Betten um zehn auf 70 reduziert. Parallel dazu wird die Abteilung Geriatrie/Altersmedizin um elf Betten (jetzt 72) aufgestockt. Insgesamt werden am Marien-Hospital zehn Betten abgebaut. Das kann sich aber wieder ändern: „Der Antrag auf Erhöhung der bestehenden zehn Plätze auf 20 Plätze in der Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie läuft noch“, betont Kaya Erdem.

Als Erfolg verbucht Erdem insbesondere die Entwicklung am Augustinus-Krankenhaus in Lendersdorf. Hier hatte das Krankenhaus selbst vorgeschlagen, 22 Betten im Bereich Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie abzubauen, um insbesondere die Schlaganfallstation deutlich zu stärken. Die Neurologie wird von 59 auf 80 Betten aufgestockt. Bei der Inneren Medizin gibt es zwei zusätzliche Betten inklusive neuer palliativmedizinischer Betten.

LVR-Klinik unverändert

Im St. Josef-Krankenhaus Linnich sinkt die Bettenzahl von 140 auf 132. Während die Chirurgie zehn Betten verliert, kommen in der Inneren Medizin zwei hinzu.

Keine Veränderungen gibt es an der Dürener LVR-Klinik, die weiterhin 406 vollstationäre Betten und seit 2017 106 teilstationäre Betten vorhält.

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