Wende im Strafprozess: Angeklagter gesteht

Von: hp
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Düren/Hürtgenwald. Eine Wende gab es in einem Strafprozess vor dem Dürener Schöffengericht, in dem es um Betrügereien im großen Stil ging.

Anfänglich hatte der 34-jährige Angeklagte aus Hürtgenwald immer wieder von zwei unbekannten Männern erzählt, die ihn gezwungen hätten, mehrere Bankkonten zu eröffnen. An die Beiden hätte er auch mehrfach Geld von diesen Konten überweisen müssen.

Am zweiten Prozesstag folgte nun die Wende. Tags zuvor hatte der Handwerker sich telefonisch bei der Richterin gemeldet und ein Geständnis angekündigt. So kam es dann auch, wenngleich der 34-Jährige keine weitere Erklärung zu den näheren Umständen abgeben wollte.

Nach juristischer Bewertung ging es dann noch um 57 Fälle, in denen der Angeklagte zwischen Februar 2013 und August 2014 über ein Internet-Auktionshaus verschiedene Gegenstände zum Kauf angeboten hatte. Obwohl die Opfer Kaufpreis und Versandkosten überwiesen hatten, warteten sie vergeblich auf die Lieferung. So entstand ein Schaden von rund 18.000 Euro.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christine Pinkpank verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Strafverschärfend fiel dabei ins Gewicht, dass der Handwerker diese Masche offenbar seit mehreren Jahren praktizierte. So wies sein Strafregister seit 2008 fünf Einträge aus, bei denen es immer wieder um Betrug, Unterschlagung und Vortäuschung einer Straftat ging. Von allen verhängten Strafen ließ er sich nicht beeindrucken. Daran änderte auch eine Freiheitsstrafe vom Februar 2013 nichts, die damals noch zur Bewährung ausgesetzt wurde. Selbst nach zwei Hausdurchsuchungen setzte der 34-Jährige seine Betrügereien munter fort.

Auch ignorierte er weitgehend die vorgeschriebenen Beratungsgespräche mit seiner Bewährungshelferin. Fazit: Weder Staatsanwältin oder Verteidiger noch das Gericht vermochten eine positive Sozialprognose zu erkennen. Entsprechend lag das Urteil über dem Rahmen, der eine Strafaussetzung zur Bewährung ermöglicht.

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