Heimbach - Weinanbau in Heimbach: „Friesisch-herb mit rauem Eifelbouquet“

Weinanbau in Heimbach: „Friesisch-herb mit rauem Eifelbouquet“

Von: Gudrun Klinkhammer
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Winzermeister Bernd Kilburg, IG-Vorsitzende Marita Jaeger, Winzer Michael Kilburg, Helmi Breuer, Mohamed Bidaoui und Manfred Jaeger (IG Mitglieder, v.li.). Foto: Gudrun Klinkhammer

Heimbach. Der Wein, der seit 20 Jahren in Heimbach auf dem Gelände „Über Rur“ hinter dem Haus des Gastes angebaut wird, reizt die Geschmacksknospen auf ganz eigenwillige Weise. Den Geschmack beschreibt Winzermeister Bernd Kilburg vorsichtig als „friesisch-herb mit rauem Eifelbouquet, zudem fruchtig, mit mehr oder weniger Zuckergehalt, je nach Jahrgang.“

Scherzhaft fügt der Fachmann noch hinzu: „Der Geschmack erinnert ein wenig an Bitburger.“ Seit jetzt genau 20 Jahren bauen die Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Weinanbau Heimbach, allen voran die Vereinsvorsitzende Marita Jaeger, den würzigen Tropfen an.

Das Team der IG greift damit die Geschichte des Weinanbaus in der Eifel auf. Im Mittelalter erlebten die Rebstöcke in der Eifel eine wahre Blütezeit.

Straßennamen wie „Wingert“ oder „Kelters“ zeugen noch heute davon. Erste Weinberge soll es in Heimbach und Abenden bereits im elften Jahrhundert gegeben haben. Vor 20 Jahren hielten 220 Rebstöcke in einer Art Lehrweinberg Einzug im Bereich der Rur. Zwölf verschiedene Sorten werden geerntet, dazu zählen die Hüxelrebe, Optima und Dunkelfelder. Gekeltert und in Flaschen abgefüllt wird dann ein „Rotling“, wie Bernd Killburg weiß, also eine Mischung aus weißem und roten Traubensaft. Gemeinsam mit seinem Sohn, dem 20-jährigen Winzer Michael Kilburg, betreibt der 51-Jährige ein Weingut in Brauneberg an der Mosel.

Feind ist die Wühlmaus

Er geht den Mitgliedern der IG Weinanbau bereits seit der ersten Stunde zur Hand und pflanzte die ersten Rebstöcke.

Einer der größten Feinde der Pflanzen in Heimbach ist die Wühlmaus. Sie sorgt immer wieder für Flurschaden, der dann mit neuen Pflanzen aufgefüllt werden muss. Am Montagmittag trafen sich die beiden Winzer und Mitglieder der IG zum alljährlichen Rebschnitt. In Windeseile arbeitete sich vor allem Michael Kilburg vor, der eine Akku-Rebschere nutzt. Antippen genügte, und das Schneidewerkzeug fegte die Äste hinweg. Jeweils ein Paar Zweige blieben am Stock. Herzförmig wurden sie gebogen und angebunden.

„An diesen beiden, einjährigen Trieben werden die neuen Trauben reifen“, erklärte Bernd Kilburg. Möglicherweise wird es kurz vor der Reife einen weiteren, justierenden Schnitt geben, um die optimale Qualität und Quantität zu erzeugen. Der Wein von 2014 wird bald in rund 350 Flaschen abgefüllt. Im Jubiläumsjahr wird er ausgeschenkt und verkauft.

An folgenden Terminen soll das 20. Bestehen gefeiert werden:

Am Sonntag, 31. Mai, gibt es „Neuen Wein und Neue Küche“ zum Stadtfest zwischen 10 und 19 Uhr. Der 2014er Jahrgang und die Kulinarische Feldforschung treffen im Haus „Eifelsinn“, Hengebachstraße 71, in Heimbach aufeinander. Von 17 bis 18 Uhr steht an gleicher Stelle die Lesung „Nicht von schlechten Keltern“ auf dem Programm.

Am Montag, 13. Juli, wird zwischen 15 und 17 Uhr an den Weinstöcken ein Pflegeschnitt durchgeführt. Ab 17 Uhr gibt es einen Vortrag zu Terroir, Weinsorten und Anbaumethoden mit anschließender Harfenmusik. Wer möchte, kann am Samstag, 15. August die Kellerei Kilburg besuchen, die auf das Jahr 1465 zurückgeht. Anmeldungen sind sofort möglich unter Telefon 02446/523080.

Im September wird wie in jedem Jahr die Weinlese über Rur stattfinden. Marita Jaeger sagt dazu: „Der Termin ist abhängig von der Reife der Trauben und wird daher kurzfristig bekannt gegeben.“ Im Oktober steht das Obstwiesenfest der Föno an, an dem sich die IG Weinanbau Heimbach traditionell mit einem Wienstand am Haus des Gastes beteiligt.

Am Freitag, 13. November, findet im Haus „Eifelsinn“ ab 19 Uhr ein Weinseminar statt. Beleuchtet werden speziell die deutschen Anbaugebiete. Die Kulinarische Feldforschung wird passendes für den Gaumen zusteuern. Anmeldungen sind für dieses Seminar ebenfalls sofort möglich unter Telefon 02446/523080.

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