Kreis Düren - Weg frei für das neue Jobcenter

Weg frei für das neue Jobcenter

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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Lange Jahre lag das frühere Gelände des alten Hallenbades an der Dürener Bismarckstraße brach. Jetzt sind die Weichen für den Bau des neuen Jobcenters gestellt. Das „Kreishaus D” soll bis Herbst 2010 gebaut werden.

Kreis Düren. Die vorerst letzte Hürde für den Bau eines neuen Jobcenters an der Bismarckstraße in Düren ist genommen. Gegen die Stimmen von SPD und Grünen beschloss der Kreistag in nicht öffentlicher Sitzung mit 32:16, den noch notwendigen Mietvertrag für das so genannte „Kreishaus D” mit einer Laufzeit von 25 Jahren zu unterschreiben.

Damit kann die „F + S Projektentwicklungs GmbH”, die das Grundstück - und das an der Marienstraße, auf dem hochwertige Wohnhäuser entstehen sollen - nach europaweiter Ausschreibung von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft GWS kaufen will, mit dem Bau beginnen. Mit der Baugenehmigung seitens der Stadt Düren rechnet Landrat Wolfgang Spelthahn bis zum Herbst, so dass die bislang an drei innerstädtischen Standorten untergebrachte Job-Com bereits im Herbst 2010 umziehen kann.

Vorausgegangen war erneut eine hitzige Diskussion, in der SPD und Grüne der CDU vorwarfen, dem Bund und damit dem Steuerzahler einen überhöhten Mietpreis von 11,40 Euro je Quadratmeter aufzubürden, nur um der GWS den Verkauf des Grundstücks zur Schönung ihrer Bilanz zu ermöglichen, während es innerstädtisch genügend freie Bürofläche zu wesentlich günstigeren Quadratmeterpreisen gebe, im Telekom-Gebäude am Ellernbusch beispielsweise für 8,50 Euro. „Das kann nicht unsere Zustimmung finden”, so Jens Bröker (SPD).

Landrat Wolfgang Spelthahn und die Verwaltung wiesen den Vorwurf zurück und machten noch einmal deutlich, dass es zum „Haus D” - wie auch ein Gutachten belegt - keine wirtschaftliche Alternative gebe. Sie machten deutlich, dass das Bundesarbeits- und Sozialministerium längst zugesagt habe, die gleiche Miete wie für die bislang im „Haus C” untergebrachten Job-Com-Abteilungen zu zahlen. Für diese Miete erhalte man im Haus „Haus D” aber modernste Standards.

Auch die Forderung der Grünen, die Entscheidung über den Mietvertrag und damit über den Neubau zu vertagen, bis der Bundestag endgültig über die Neuorganisation bei der Betreuung der Langzeitarbeitslosen (SGB II) und damit über die Zukunft der Optionskommunen entschieden hat, konterte Spelthahn. Weder Bundesminister Olaf Scholz noch die Bundestagsfraktionen von CDU und SPD würden die Optionskommunen, die derzeit einzige verfassungskonforme Organisationsstruktur bei der Betreuung Langzeitarbeitsloser, in Frage stellen.

Dauerhafte Mietzahlungen aus Berlin seien deshalb garantiert. Und selbst wenn die Aufgabe künftig einmal nicht mehr von der Job-Com, sondern von einem anderen Träger wahrgenommen würde, brauche dieser Personal und geeignete Räume. Spelthahn wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Agentur für Arbeit ihre Neubaupläne in Düren gestoppt habe und damit als potenzieller Vermieter nicht mehr zur Verfügung steht.

Job-Com-Amtsleiter Karl-Josef Cranen sieht im Bau des Jobcenters die einmalige Chance, die Arbeitsprozesse zu optimieren, kundenfreundlicher zu werden und insbesondere die langen Bearbeitungszeiten zu verkürzen, die bislang durch die drei Standorte entstehen. „Wenn dann auch noch die städtischen Mitarbeiter integriert werden können, haben wir eine zentrale Anlaufstelle.” Die wünscht sich auch Landrat Spelthahn angesichts der „segensreichen Erfahrungen aus Jülich”.

Das „Haus D”, in das auch Teile der Beteiligungsgesellschaft des Kreises Düren und der VHS ziehen sollen, wird in zwei Bauabschnitten gebaut. Zwei Jahre lang muss der Investor den zweiten Bauabschnitt für die SGB-II-Leistungen der Stadt Düren reservieren. Sollten sie bis dahin nicht mit ins Boot gestiegen sein, könnten die Räume frei untervermietet werden.
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