Warum die Sparkasse Düren Millionen sparen will

Von: Stephan Johnen
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Uwe Willner. Foto: Johnen

Kreis Düren. Wird die Sparkasse Düren noch ihrem öffentlichen Auftrag gerecht? Diese Frage haben das Aktionsbündnis Mariaweiler und die Nachbarschaftshilfe „Findus“ in Birgel angesichts der geplanten Änderungen in der Filialstruktur des kommunalen Kreditinstituts aufgeworfen.

Die Sparkasse schließt die Filialen in Mariaweiler und Titz-Rödingen. Die Filialen Koslar, Merken, Siersdorf, Düren-Nord und -Süd, Huchem-Stammeln, Stockheim und Vossenack werden in automatisierte SB-Stellen umgewandelt, die bisherigen SB-Filialen in Ameln, Barmen, Birgel, Hambach und Kirchberg werden aufgegeben.

„Wir bieten nach wie vor Privatkunden und Unternehmen in hohem Maße Bankdienstleistungen an“, weist Uwe Willner, der Vorsitzende des Sparkassenvorstandes, die Kritik zurück. „Wir werden auch in Zukunft im Vergleich zu anderen Banken ein sehr dichtes Filialnetz haben – und kein Angebot wird ersatzlos gestrichen.“

Fakt sei aber, dass die Sparkasse als Bank nun einmal von Zinsen lebe – und die außergewöhnliche Nie­drigzinsphase es auch der Sparkasse auf Dauer nicht einfacher mache, am Markt zu bestehen, sofern sie nicht gegensteuere und Kosten senke. „Wir sprechen von sinkenden Einnahmen und steigenden Kosten. Bis zum Jahr 2025 werden wir zehn Millionen Euro einsparen müssen“, relativiert Uwe Willner den im Jahr 2015 erzielten Überschuss von zwölf Millionen Euro.

Zudem gibt es steigende Anforderungen der Bankenaufsicht. Von derzeit 10,5 Prozent steige die Eigenkapitalquote bis 2020 voraussichtlich auf bis zu 13 Prozent. Diesen Anteil muss die Bank für jeden Euro, den sie verleiht, zurücklegen. Würde diese Absicherung – wie in der EU diskutiert – auch für Kredite an Kommunen gelten, wäre dies für die Sparkasse deutlich zu spüren, sagt Willner. Die Kommunen im Kreis stehen mit etwa 600 Millionen Euro bei ihr in der Kreide.

„Wir haben vor drei Jahren begonnen, unser Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Denn wir wollen auch nach 2025 noch unsere Eigenständigkeit bewahren“, betont Willner. Bis 2018/19 sollen bis zu 100 Menschen weniger für die Sparkasse arbeiten. Gleichzeitig wird die Zahl der Berater durch Umschulungen und Fortbildungen erhöht. Statt bislang zwei Beratungscentern wird es acht geben. „Das Schaltergeschäft wandert ins Digitale ab“, erklärt. Eine reine Online-Bank werde die Sparkasse aber nicht.

Um auch ohne Filiale oder SB-Center den Kunden helfen zu können, habe die Sparkasse ein Dialogcenter aufgebaut, das sieben Tage die Woche erreichbar ist und bei dem auch Überweisungen telefonisch bearbeitet werden können. Auch die mobile Filiale sei eine gute Lösung. „Sollte es dennoch Schwierigkeiten geben, werden wir in jedem Fall eine passende Lösung finden“, verspricht Willner.

Generell sei eine Abkehr vom Projekt 2025 nicht möglich. „Wir haben gerade angefangen, der Umbau und die Umstrukturierung betreffen die ganze Sparkasse“, sagt Willner. Kritiker hatten vorgeschlagen, doch lieber Filialen zu erhalten und dafür beim Sponsoring großer Events zu sparen.

„Viele Ehrenamtler, Vereine und Initiativen und auch kulturelle Angebote sowie der Bildungssektor sind auf Unterstützung angewiesen. Auch das ist unser öffentlicher Auftrag“, erklärt Willner. 2015 hat die Sparkasse Spenden in Höhe von 1,4 Millionen Euro verteilt, 700.000 Euro flossen ins Sponsoring. „Auch beim Sponsoring werden wir sparen“, kündigte der Vorstandsvorsitzende an.

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