Vortrag zur Schulinklusion im Kreis Düren

Von: Daniela Martinak
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Robert Wunsch (v.l.), Ingeborg Bispinck-Weigand, Josef Lemoine und Wolfgang Blaschke haben zum Fachvortrag „Auf dem Weg zur inklusiven Schule“eingeladen. Foto: Daniela Martinak

Düren. Jan hat es nicht leicht. Der 19-Jährige sitzt seit seiner Kindheit im Rollstuhl. „Ich habe schon viele Hürden in meinem Leben gemeistert“, sagt der Dürener stolz. Und obwohl er selbstbewusst und stark wirkt, muss der junge Mann zugeben: „Ohne Hilfe geht es nicht. Jede Aktivität, jede Unternehmung, ja sogar der Schulbesuch stellt für mich ein Hindernis dar.“

Die Schulen werden nun dazu angehalten, diese Hindernisse möglichst aus dem Weg zu räumen. „Fahrstühle, ebenerdige Etagen und behindertengerechte Toiletten wären schon mal ein toller Zug“, betont Robert Wunsch vom Institut für pädagogische Beratung.

Mit Josef Lemoine, Leiter der neuen Regionalstelle in Düren des IfpB (Institut für pädagogische Beratung) und Wolfgang Blaschke, der Diplompädagoge und Mitglied im Verein „Mittendrin“ ist, steht Wunsch vor zahlreichen Gästen im Berufskolleg Kaufmännische Schulen des Kreises Düren. Ingeborg Bispinck-Weigand, die eine eigene Praxis für Supervision und Organisationsentwicklung betreibt, moderiert die Veranstaltung. Der Einladung zum Fachvortrag mit dem Thema „Auf dem Weg zur inklusiven Schule“ sind hauptsächlich Lehrer jeglicher Schulformen im Kreis Düren gefolgt. Gleichzeitig soll die Eröffnung der neuen Regionalstelle gefeiert und die Einrichtung vorgestellt werden.

„Wir stehen auf dem Weg zur inklusiven Schule nämlich beratend zur Seite“, erklärt Lemoine. Unter Lehrkräften ohne integrative Praxiserfahrung wird laut den Organisatoren der Veranstaltung häufig vermutet, dass die Verwirklichung der Inklusion für sie eine neue pädagogische Herausforderung darstelle, die ihre bisherigen „methodisch didaktischen Kompetenzen“ überschreite.

„Diese Bedenken ernst zu nehmen, bedeutet vor allem, umfassend Fortbildung sowohl für die Lehrkräfte aller Schulstufen und Formen mit allgemeiner Lehrbefähigung als auch für Sonderpädagogen zu der Frage anzubieten, was die bisherige integrationspädagogische Praxis, aber auch die allgemeine Unterrichtsforschung an Erkenntnissen über ,guten’ Unterricht erarbeitet hat“, erklärt Wolfgang Blaschke, der mit dem Vortrag begonnen hat.

Mit „gutem“ Unterricht sei gemeint, dass alle Schüler und Schülerinnen einer Lerngruppe optimale Lernergebnisse in einem sozial befriedigenden Lernklima erreichen. Also auch diejenigen mit Defiziten.

„Wichtig ist aber nicht nur, dass allen Schülern der Stoff gleichermaßen und vor allem zusammen vermittelt wird. Wichtig ist unter anderem nämlich auch, dass den Schülern mit Defiziten nicht gerade Steine in den Weg gelegt werden, wenn sie morgens in die Räume kommen – wenn sie es überhaupt bis dahin schaffen“, bemerkt Robert Wunsch.

Ins Bild gerückt sei die Inklusion von Schulen erst „wegen der Debatten im Landtag“. Und solch eine Umstrukturierung möglichst lange hinauszuzögern sei definitiv nicht der richtige Weg. „Hier haben sie ja nun jetzt eine Anlaufstelle, die Ihnen bei der Umsetzung unterstützend und beratend zur Seite steht“, betont Blaschke und deutet auf Lemoine.

In Köln gebe es bereits zahlreiche Einrichtungen, die Inklusität schätzen und etliche Kinder und Jugendliche, die integrativ geschult werden. Blaschke: „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung kann ich nur immer wieder betonen!“ Was genau eine solche Schulinklusion auf sich hat und wie sie umsetzbar ist, erkläre das Institut gerne jeder Schule, die interessiert ist.

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