Inden - Viermal so sparsam wie ein herkömmliches Haus

Viermal so sparsam wie ein herkömmliches Haus

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
Waagmühle
Das Baugespann steht: So groß soll der Faktor 4-Neubau sein, der in Inden bis zum kommenden Herbst entsteht. Foto: Guido Jansen

Inden. Im Indener Neubaugebiet An der Waagmühle entsteht ab sofort das erste Haus, das mit dem Faktor 4 gebaut wird. Das bedeutet nicht, dass es viermal so hoch oder viermal so teuer ist wie ein normales Haus. Faktor 4 steht dafür, dass es viermal so ressourcenschonend ist wie ein herkömmliches Haus.

Und zwar während des Baus, während es bewohnt wird und auch dann, wenn es irgendwann entsorgt werden muss. „Es ist das erste Haus mit Faktor 4, das Serienreife hat und gebaut wird“, sagte Jens Bröker, der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Indeland. Indeland ist die Organisation, die hinter dem Faktor X-Projekt steckt.

Beim offiziellen Termin, der zu Beginn eines öffentlichen Bauprojekts meistens Spatenstich genannt wird, schaute Bröker sind um und verwies auf die Nachbarschaft des Neubaus An der Waagmühle. „Wir sind hier umgeben von Faktor 2-Bauten“, sagte er. Niemand hat am Donnerstag einen Spaten in den Boden gestochen. Als offiziellen Akt anlässlich des Anfangs hat Indeland ein so genanntes Baugespann errichten lassen, ein Holzgerippe, das zeigt, wie hoch, breit und lang das neue Haus sein soll.

In Deutschland seien Baugespanne selten, in der Schweiz üblich. Die Indeland GmbH hat sich dafür entschieden, weil das Faktor 4-Haus damit schon jetzt sichtbar wird. Fertig sein soll das viermal so sparsame Haus im Herbst 2017. Ab dann soll es eine Doppelfunktion haben. Es soll zeigen, dass man nach Faktor 4-Mäßstäben ein Haus mit allem Komfort bauen kann. Und es soll eine Beratungsstelle sein für alle, die sich für Faktor-Bauweisen interessieren.

Im Zuge der Klimaexpo NRW, einer bis 2022 laufenden Landesinitiative mit den Themen Klimaschutz und Energiewende, entsteht in dem Neubau eine Faktor X-Agentur als Beratungsstelle. Nach 2022 soll das Haus verkauft werden. Ab dem kommenden Jahr ist Klaus Dosch dann der Faktor X-Manager vor Ort. „Es ist ein spannendes Vorhaben, Häuser über ihren gesamten Lebenszyklus zu optimieren“, sagte Dosch. „Wir setzen wissenschaftliche Erkenntnisse hier sofort um.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Strahlkraft von Faktor X über das Indeland und das Rheinische Revier hinaus reichen wird.

Beitrag zum Strukturwandel

Erik Schöddert, Liegenschaftsmanager beim Indeland-Hauptgeldgeber RWE, sprach von einem „Beitrag in Richtung Strukturwandel“. Das bedeutet, dass Faktor X für die Region eine Einnahmequelle sein kann, die Arbeitsplätze entstehen lässt, wenn die Zeit der Tagebaue sich dem Ende zuneigt.

Ein weiteres Faktor X-Baugebiet sind die Dürwißer Höfe. Auch in der Neuen Mitte in Niederzier sei diese Bauweise vorgesehen.

Für das Herstellen und Errichten des Baugespanns war die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Low-Tec zuständig, deren Mitarbeiter das Gerüst in Eschweiler gebaut und in Inden aufgestellt hatten.

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