Kreis Düren - Vier Millionen Euro fehlen zur Eingliederung

Vier Millionen Euro fehlen zur Eingliederung

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
Würde gerne mehr Langzeitarbe
Würde gerne mehr Langzeitarbeitslosen weiterbilden: Job-com-Amtsleiter Karl-Josef Cranen. Foto: Abels

Kreis Düren. Der Arbeitsmarkt boomt. Mit 1340 erreichte die Zahl der offenen Stellen im April im Kreis Düren einen Höhepunkt. Doch mit Blick auf die Statistik scheint der Aufschwung an den Langzeitarbeitslosen vorbeizugehen.

„Gerade jetzt, wo der Arbeitsmarkt etwas hergibt, wäre es für uns wichtig, mehr Männer und Frauen zu qualifizieren”, weiß auch Karl-Josef Cranen, Leiter der im Kreis Düren für die Langzeitarbeitslosen zuständigen Job-com. Einziges Problem: Die Bundesregierung hat die Mittel für Eingliederungsmaßnahmen zu Jahresbeginn um 22 Prozent gekürzt.

Nicht an der Qualität sparen

Allein der Job-com fehlen damit vier Millionen Euro, so dass deutlich weniger Langzeitarbeitslosen eine Weiterbildungsmaßnahme angeboten werden kann. „Denn wir wollten nicht an der Qualität sparen”, erklärt Cranen. „Nur mit qualitativ guten Maßnahmen haben die Leute auch eine Chance, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.” Nachvollziehen kann Cranen die Kürzung der Mittel daher nicht, spricht von einem Fehler der Bundesregierung und warnt davor, die Mittel weiter zu reduzieren: „Das wäre ein Desaster”, verweist er auf die Schnelllebigkeit des Arbeitsmarktes. „Je länger die Arbeitslosigkeit andauert, desto größer ist die Gefahr, dass der Betroffene den Anschluss verliert.”

Die Kürzung der Mittel für Eingliederungsmaßnahmen ist einer, aber längst nicht der einzige Grund, warum die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis seit Jahresbeginn gegen den Landes- und Bundestrend gestiegen ist, um über elf Prozent von 7755 auf nunmehr 8657.

Cranen verweist beispielsweise auf einen Einmaleffekt im April von 300 Fällen infolge einer Revision im Zusammenhang mit der Zentralisierung der bisher in den 15 Kommunen getrennt mit unterschiedlichen Systemen erfassten Datensätze. „Wir haben gezielt fehlerhafte Einträge - etwa in den Datumsfeldern - ermittelt und bereinigt.”

Mehr Menschen haben Anspruch auf Leistungen

Zudem haben in Folge gesetzlicher Neuregelungen seit Jahresbeginn mehr Menschen Anspruch auf Leistungen. So hat sich beispielsweise der SGB-II-Anspruch einer vierköpfigen Familie um mehr als 40 Euro monatlich erhöht, verweist Cranen auf den höheren Regelsatz, aber auch auf die Kosten für Warmwasseraufbereitung, die aus der Regelleistung herausgenommen wurden und den Kosten der Unterkunft zugerechnet wurden.

Insbesondere Personen im Niedriglohnsektor, die bisher keinen Anspruch hatten, kommen nun in den Genuss staatlicher Hilfe und stellen vermehrt Anträge. Allein seit Januar ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Kreis um rund 400 gestiegen. was unter Berücksichtigung der nicht erwerbstätigen, aber erwerbsfähigen Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft automatisch auch zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen führt, erklärt Cranen.
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