VHS: Gute Gründe für eine Fusion auch mit Jülich

Von: Jörg Abels
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Foto: Abels
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Kreis Düren. Die Fusion ist beschlossene Sache. Bis 2015 werden die Volkshochschulen von Stadt und Kreis Düren komplett zu einer Einrichtung verschmelzen. Angestrebt wird eine Halbierung der Kosten, von derzeit 2,86 Euro je Einwohner auf nur noch 1,50 Euro.

„Und dass, ohne an der Qualität und an der Quantität der angebotenen Kurse zu sparen”, nutzte Landrat Spelthahn die Vorstellung der beiden letzten getrennt gedruckten Jahresprogramme von Stadt und Kreis-VHS, um nochmals an die Verantwortlichen der Stadt Jülich zu appellieren, sich mit ihrer noch allein arbeitenden VHS der Fusion in Zeiten immer knapper werdender finanzieller Mittel aus guten Gründen anzuschließen.

Das Ansinnen der Jülicher, die bis 1984 existierende VHS-Kooperation mit Linnich, Aldenhoven („Julia”) wiederzubeleben und um Titz zu erweitern, wertete Spelthahn als unrationalen Reflex auf unliebsame Entscheidungen des Kreises als Kommunalaufsicht. „Wir werden jetzt mit guten Argumenten auf Jülich zugehen”, sieht Spelthahn in einer VHS aller 15 Kreiskommunen das Modell der Zukunft mit Kosteneinsparungen im Verwaltungsbereich und beim Druck des Jahresprogrammes.

Schon das nach den Sommerferien startende Studienjahr 2011/12 haben Stadt- und Kreis-VHS auf- einander abgestimmt. Das Kreis-Programm sieht rund 1100 Kurse vor, das der Stadt nicht viel weniger, manche finden sich in beiden.

Neben den traditionellen Bereichen „Kreativität”, Sprachen und Sport bildet die Eltern- und Familienbildung einen Schwerpunkt bei der Kreis-VHS. Deren Leiter Friedhelm Eßer verweist beispielsweise auf eine Projektwoche in den Herbstferien zum Thema „Begabungen und Interessen entdecken und fördern”, die sich mit 27 Angeboten gezielt an Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren richtet. Im Bereich „Spaß und Erfolg stehen beim Lernen im Vordergrund” (Selv) können Kinder und Jugendliche auf 42 Angebote zurückgreifen, mit schulischen und nicht-schulischen Themen, die zur Persönlichkeitsentwicklung betragen sollen oder bei der Schullaufbahn und der Bewerbung förderlich sind.

An die Eltern richten sich Angebote zur „Frühkindlichen Mediennutzung”, zum Internet oder Handy, die über die mit den Geräten verbundenen Gefahren aufklären. Die Kurse hier werden ebenso in Kooperation mit Familienzentren und Schulen vor Ort angeboten wie ausbildungsvorbereitende Angebote, darunter betriebsnahes Rechnen und Europäischer Computer Pass. Kenntnisse, die vielen Jugendlichen fehlen, von Unternehmen aber vorausgesetzt werden, erklärt Eßer und verweist zudem auf Einzelveranstaltungen mit Themen aus den Bereichen Recht, Verbraucherfragen und Umwelt. Höhepunkt dabei ist die Uraufführung des Films „Die stille Jagd” des Tierfilmers Heinz Bremen am 18. November in Heimbach. Und auch den Bereich der Online-Kurse haben Eßer und seine Kollegen noch einmal ausgedehnt. Neben Niederländisch und Latein werden auch EDV-Themen online geschult.

Interaktive Angebote (unter anderem Kunst, Handarbeit, Spiele, Musik und Tanz) nehmen auch bei der Stadt breiten Raum ein. Leiter Horst Bertram verweist beispielsweise auf den Bereich Hauswirtschaft/Kochen. „Unter anderem gibt es die Möglichkeit, leckere und gesunde Rezepte kennenzulernen.” Neu im Angebot sind Wein-Kultur-Abende.

Ebenfalls neu ist der Bereich der Stadtführungen, die allgemein, aber auch themenspezifisch angeboten werden. Im Bereich Gesundheit/Sport steht der Präventionsgedanken im Mittelpunkt, im Bereich Psychologie der Kampf gegen „Burn-out” oder die bessere Bewältigung von Alltagsproblemen.

Bertram verweist auch auf Kurse in 15 verschiedenen Fremdsprachen und hebt die Deutsch-Inte-grationskurse für Migranten hervor, bei denen es gilt, die Qualifikation für den Einbürgerungstest zu erlangen. Breiten Raum nehmen auch im letzten Stadt-VHS-Programm EDV-Kurse ein und Lehrgänge, in denen Schulabschlüsse in Tages- und Abendform nachgeholt werden können. Dem demografischen Wandel trägt das Dürener VHS-Programm Rechnung mit zahlreichen Angeboten für die Generation 50plus.

Die beiden gedruckten Jahresprogramme sind ab sofort unter anderem in allen Rathäusern, im Kreishaus, in den städtischen Einrichtungen in Düren aber auch in vielen Sparkassenfilialen kostenlos erhältlich.
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