Verbraucherzentrale stellt Jahresbericht vor

Von: Stephan Johnen
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Fragen rund um den Verbraucher
Fragen rund um den Verbraucherschutz? Martina Wagner (links) und Hildegard Dapper geben in der Dürener Beratungsstelle Antworten. Foto: Johnen

Kreis Düren. Die Ideen, wie man anderen Menschen das Geld aus der Tasche ziehen kann, sind offenbar unerschöpflich. Einen Eindruck in „die bunte Welt der Abzocke” gaben am Dienstag Hildegard Dapper, Leiterin der Beratungsstelle Düren der Verbraucherzentrale NRW, und ihre Kollegin Martina Wagner bei der Vorstellung des Jahresberichts 2011.

9252 Menschen suchten Rat und besuchten Informationsveranstaltungen der Beratungsstelle. Der Blick in die Statistik zeigt: Auch, wenn unverlangte Werbeanrufe verboten sind, nimmt die Abzocke am Telefon weiter zu - und hält die Mitarbeiter des Beratungsbüros auf Trab.

Mal wurde Verbrauchern die Teilnahme an einer privaten Lotterie mitsamt Magazin-Abo untergeschoben, mal waren eine Warenprobe für Nahrungsergänzungsmittel oder vermeintliche Geldgewinne der Köder. Schnell flatterten Rechnungen, Mahnungen und Anschreiben von Inkasso-Unternehmen ins Haus. „Es ging immer ein Telefonat voraus”, berichtet Hildegard Dapper.

Die Verbraucherschützerin rät, am Telefon weder die Adresse noch die Bankverbindung mitzuteilen. Die Mitarbeiter dieser Firmen seien in Gesprächsführung geschult, oft würden Verbraucher förmlich überrumpelt. „Wichtig ist, nach dubiosen Anrufen die Post und das Konto im Auge zu behalten”, betont Hildegard Dapper.

Bei Rechnungen zu Produkten, die nie bestellt wurden oder Begrüßungsschreiben für Angebote, die man nicht haben wollte, gelte es, keine Zeit zu verlieren und im Zweifelsfall sofort zu handeln. Die Verbraucherzentrale hilft weiter, vom Widerrufsrecht Gebrauch zu machen und notfalls „mit langem Atem” diese vermeintlichen Vertragsabschlüsse zu annullieren.

Gleiches gelte für Kostenfallen im Internet und - eine zunehmende Gefahr für Verbraucher - bei Smartphones. Bei besonders dreisten Fällen haben sich die Abzocker sogar als Verbraucherschützer ausgegeben und wollten persönliche Daten abgleichen. Bei jedem unerwünschten Anruf rät Martina Wagner von der Beratungsstelle, die entsprechende Nummer zu notieren und der Bundesnetzagentur mitzuteilen. So können bei vielen Beschwerden Anschlüsse gesperrt werden. Die entsprechenden Formulare gibt es in der Beratungsstelle.

Auf dem Vormarsch sind nach Auskunft der Verbraucherschützer auch Abmahnungen wegen vermeintlicher illegaler Downloads im Internet. „Immer häufiger flattern meist arglosen Internet-Nutzern Abmahnungen ins Haus - Forderungen über 800 bis 1500 Euro”, sagt Hildegard Dapper. Auch hier gelte es, keine Zeit zu verlieren und innerhalb der meist kurzen Einspruchsfristen zu reagieren.

Weitere Themen waren Lastschriftbetrug bei Gewinnspielverträgen, Anschluss-Probleme bei Telekommunikationsanbietern, Pleiten von Stromversorgern und Krankenkassen und Anbieterwechsel bei Strom und Gas. Die systematische Erfassung und Analyse bei Problemen mit Telekommunikationsunternehmen und die unberechtigten Forderungen wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen gehören zu den Schwerpunktthemen für das aktuelle Jahr.

Auch Geld- und Kreditprobleme von Verbrauchern rücken zunehmend in den Vordergrund der Beratungsarbeit. „Es gibt immer etwas zu tun”, wagt Hildegard Dapper die Prognose, dass auch das Jahr 2012 manche Überraschung birgt.
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