Kreis Düren - Verbraucherzentrale Düren informiert über Thermographie

Verbraucherzentrale Düren informiert über Thermographie

Von: Stephan Johnen
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Wärmebildkamera im Einsatz: Energieberater Jörg Hubrich sowie Beratungsstellenleiterin Hildegard Dapper (rechts) und Désirée Bolduan von der Verbraucherzentrale NRW stellten im Bürgerbüro die Thermographie vor. Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren. Wer weiß schon genau, was hinter der Fassade steckt? Bei Aktionen mit einer Wärmebildkamera haben Experten der Verbraucherzentrale beispielsweise schon Fenster gefunden, die nur dürftig zugemauert waren, von denen die Bewohner aber nichts ahnten, berichtet Désirée Bolduan von der Verbraucherzentrale NRW.

Um den Ursachen von hohen Heizkosten auf den Grund zu gesehen, sei der Einsatz von Wärmebildern sinnvoll. Gleichzeitig gebe es aber auch schwarze Schafe, „die von Tür zu Tür ziehen und ihre Dienste anbieten“, warnt Hildegard Dapper, Leiterin der Dürener Beratungsstelle. „Oftmals werden nach dem vermeintlich günstigen Erstellen der Wärmebilder teure Folgeaufträge fällig“, sagt sie. Auch dann, wenn die Arbeiten beispielsweise kaum einen Effekt auf den Energieverbrauch haben.

„Ohne fachkundige Deutung sind die Wärmebilder kaum mehr als ein hübscher Wandschmuck“, sagt Jürgen Hubrich, Energieberater der Verbraucherzentrale aus Düren. Die Bilder seien zwar eine gute und anschauliche Grundlage, aber sie könnten Betrachter ohne das nötige Hintergrundwissen auch zu falschen Schlüssen verleiten. „Prinzipiell strahlen Fenster mehr Wärme ab als Wände – ein Austausch rechnet sich nicht in jedem Fall“, sagt Hubrich. Zu den größten Schwachstellen gehören auch die Wände und das Dach. Ist beispielsweise die Dämmung verrutscht oder dringen Luft und Feuchtigkeit ein, entstehen „Energielecks“.

„Es kann nicht zu jeder Zeit gemessen werden“, betont Hubrich. Die Außentemperatur muss unter fünf Grad liegen, die Innentemperatur aller Räume bei 20 Grad. Auch Räume oder Flure, die sonst nicht geheizt werden, müssen für einige Tage auf 20 Grad erwärmt werden, damit die Messwerte nicht verzerrt werden. Zudem darf es weder geregnet noch geschneit haben, das Haus darf nicht lange direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt worden sein. Gemessen wird daher nachts, während die Bewohner schlafen. „Es kann durchaus sein, dass drei Termine vereinbart werden, bis alle äußeren Faktoren stimmen“, sagt Hubrich.

Wärmebilder seien die eine Seite, eine Energieberatung die andere Seite der Medaille, findet Hildegard Dapper. „Im Zusammenspiel können gemeinsam Schwachstellen gefunden und Lösungen erörtert werden“, sagt sie. Die Verbraucherzentrale berate beispielsweise über gesetzliche Vorgaben und finanzielle Fördermöglichkeiten. Die „größtmögliche Sanierung“ sei nicht automatisch eine sinnvolle Maßnahme, die zu den Wünschen und zur finanziellen Situation des Eigentümers passe. Sie rät dazu, vor Abschluss eines Vertrages ganz genau Kosten und Nutzen der Maßnahmen gegenüberzustellen.

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