Kreis Düren - Veranstaltung „ADHS und Inklusion“: Wunsch nach Selbsthilfegruppe

Veranstaltung „ADHS und Inklusion“: Wunsch nach Selbsthilfegruppe

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Kreis Düren. „Offenheit führt zum Ziel!“ „Noch mehr Vernetzung und Austausch ist nötig.“ Das ist das Fazit der Veranstaltung „ADHS und Inklusion“, zu der das Regionale Bildungsbüro Kreis Düren mit dem Arbeitskreis ADHS über 80 Teilnehmer begrüßte.

Menschen mit ADHS/ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Störung mit beziehungsweise ohne Hyperaktivität) oder deren Angehörige, Fachkräfte aus Kita und Schule sowie Fachkräfte aus Medizin, Therapie, Beratung und Begleitung kamen ins Gespräch.

In drei Austauschrunden nahmen sie die eigene Perspektive, aber auch die Perspektive der anderen Teilnehmenden in den Blick. An sechs Tischen wurden die „bunten“ Gruppen von Tischmoderatoren begrüßt: Zu ihnen gehörten die Landesvorsitzenden NRW von ADHS-Deutschland, Mitglieder des Kompetenzteams für Lehrerfortbildung sowie Vertretungen aus psychologischen, therapeutischen und beratenden Einrichtungen im Kreis.

Einige Teilnehmer zeigten sich überrascht über die Widerstände, Reaktionen und Vorurteile, mit denen Menschen mit ADHS und deren Familien klar kommen müssen. „Eine Selbsthilfegruppe für Düren wäre gut!“ war ein großer Wunsch von Betroffenen. Fachkräfte aus Kita und Schule erkannten, wie wichtig es ist, die Eltern bei einem Verdacht auf ADHS darauf hinzuweisen. Sie zeigten sich positiv überrascht über „das breite Angebot der Fortbildung und des Wissens um die Problematik“. So können im Kreis Düren Birgit Faber-Freyaldenhoven und Wolfgang Verhaaren für schulinterne Fortbildungsveranstaltungen gebucht werden.

Eine weitere Möglichkeit der Qualifizierung bietet der Lehrer-Arbeitskreis ADHS und Schule, der sich mehrmals im Jahr in Jülich zusammensetzt. Ebenso wurde von Eltern und Pädagogen der Austausch mit Fachkräften aus Beratungsstellen und Medizin sowie Therapie als sehr hilfreich empfunden.

Vor dem Austausch

Vor dem Austausch in Gruppen hatten Margret Sieben und Andrea Rokuß, Mitarbeiterinnen des Regionalen Bildungsbüros, Experten auf dem Podium mit immer wieder in den Medien zu hörenden oder zu lesenden Behauptungen konfrontiert. Viele dieser Behauptungen wurden im Gespräch mit Dr. Bodo Müller, Chefarzt der KJP am St. Marien-Hospital Birkesdorf, Herta Bürschgens, ADHS Deutschland, und Thomas Martin, Lehrer und Datenschutzbeauftragter für Schulen im Rhein-Erft-Kreis, widerlegt oder entkräftet.

In kurzen Interviews gaben zwei Erwachsene Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen. Der Vater eines sechsjährigen ADHS‘lers sieht die frühzeitige Diagnose und medizinisch-therapeutische Begleitung sowie eigene beruflich bedingte Kompetenzen aus dem Pflegebereich als wichtige Säulen. Auch im engeren Umfeld einer Familie wird ADHS aufgrund der Symptomatik (Zappeligkeit und Unkonzentriertheit) oft negativ gesehen, der Blick für die positiven Besonderheiten wie zum Beispiel Kreativität und Hilfsbereitschaft geht verloren.

Ein Ergotherapeut schilderte seinen schulischen Werdegang als ADHS‘ler: zweimal eine Klasse übersprungen, zweimal eine Klasse wiederholt und doch ein gutes Abitur gemacht. Er mahnte an dieser Stelle, die eher verträumt wirkenden „Hypos“, Menschen mit Aufmerksamkeitsstörungen ohne Hyperaktivität, nicht zu übersehen.

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